Was kann und was soll die Valenztheorie an der Schwelle zum neuen Jahrtausend?

 

clac 2/2000

Gerd Wotjak

 

Universität Leipzig

 

ialt@rz.uni-leipzig.de

 

0. Der vollzogene Wechsel ins neue Jahrhundert, das zugleich ein neues Jahrtausend einleitet, regt nicht minder zu einer Bilanz an wie der 70. Geburtstag Gerhard Helbigs, des Nestors der Leipziger Valenzforschung, der mit ungebrochenem Tatendrang und Leistungsvermögen noch möglichst viele schaffensreiche Jahre vor sich haben möge*.

 

Wenn wir - wohl wissend um die bewunderswerte Fähigkeit von Gerhard Helbig zur anschaulichen, umsichtigen und stets wissenschaftlich aktualisierten Synthese neuerer Forschungstrends wie -ergebnisse - hier mit „Probleme der Valenztheorie und Kasusgrammatik“ auf ein den Stand von vor wenigstens acht Jahren reflektierendes Werk zurückgreifen, so vor allem aus der Überzeugung, dass es sich um eine durchdachte, überzeugende und anregende Zusammenschau von Problemen und möglichen Lösungswegen (vielfach auch ohne schlüssige „Rezepte“) handelt, die in ihrer Geschlossenheit und visionären Kraft zurecht noch immer beanspruchen kann, als Bezugspunkt für an der Valenztheorie Interessierte zu dienen. Hinzu kommt, dass das darin niedergelegte valenztheoretische Credo Helbigs u.W. auch in nachfolgenden Detailstudien des Autors keine prinzipiell neuen Akzentsetzungen (wie bspw. in Helbig 1983 a und 1983 b mit seinem Schwenk zu einer semantikbasierten Valenzbeschreibung) erfahren hat.

 

Wenn wir im Folgenden vor allem Problematisierungen hinsichtlich Helbigs Aussagen vorstellen, so soll damit das unbestreitbare Verdienst auch dieser wissenschaftlich solide recherchierten, dokumentierten und argumentierten Publikation in keiner Weise geschmälert werden. Vielmehr geht es uns darum, im Lichte anderer, nicht unbedingt insgesamt stets neuer Herangehensweisen, einige Ansätze und Positionierungen neu zu beleuchten in der Hoffnung, damit die dem Valenzkonzept paradigmenübergreifend innewohnende innovative Kraft einmal mehr zu dokumentieren und gleichzeitig in einer Wissenschaftslandschaft zu propagieren, die - in der Regel ohne ausdrücklichen Bezug auf die Valenz bzw. Bindefähigkeit lexikalischer Einheiten - durch verstärkte Beachtung des Lexikons den syntagmatischen Verknüpfungspotentialen lexikalischer Einheiten (LE) wie auch der Interrelation von Syntax und Semantik sowie von System und Sprachverwendung (Pragmatik) wachsendes Interesse entgegenbringt ( so bspw. die lexique-grammaire von M.Gross; die Functional Lexicology im Gefolge von L.Martín Mingorance 1998 - s. auch Wotjak 1997; Goldbergs Construction Grammar 1995; Pustejovskys Generative Lexicon von 1995, aber auch Kaufmann 1995, Stiebels 1994 und Jackendoff 1997a).

 

Da weder zu einer detaillierten Würdigung der Leistungen des Jubilars in diesem Bereich (vgl. etwa auch die angekündigte Bilanz von W.Thielemann (ed.) zu Valenztheorie und funktionaler Grammatik im Sinne Bondzios und Welkes), noch zu einer detaillierten Argumentation unserer teilweise kontroversen Auffassungen, noch zu einer ins Einzelne gehenden Aufarbeitung und Kontrastierung neuerer, zumeist unabhängig voneinander entstandener Beschreibungsansätze Zeit und Raum ist, müssen wir uns im Folgenden mit einer eher thesenhaften Illustration von keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit erhebenden Meinungsunterschieden begnügen. Sollten unsere tentativen Bemerkungen mit ein Anlass dafür sein, dass der Jubilar zu einer neuerlichen Zwischenbilanz in Sachen Valenz und Kasustheorie angeregt wird, so wäre ein weiterzielendes Anliegen dieses Beitrags erreicht.

 

1. Mit unseren Ausführungen können und wollen wir gewiss nicht alle Aspekte von Helbigs Buch berühren oder gar näher ins Visier nehmen, die - wie könnte es auch anders sein - Kritiker auf den Plan rufen bzw. zu kontroversen Positionierungen Anlass geben können. Dies sagt gewiss nichts über den Wert bzw. Unwert der einen oder anderen Auffassung selbst aus und gehört letztlich zu den Triebfedern der wissenschaftlichen Erkenntnis; oft genug liegt dabei die „Wahrheit„ letztlich zwischen These und Antithese, zwischen extremen Positionen, scheint eine Lösung weniger im Umfeld einer binären Ja-Nein-Entscheidung als vielmehr in dem einer Sowohl-als auch-Beschreibung zu suchen zu sein unter Berücksichtigung von graduellen Übergängen im Sinne von prototypischen wie fuzzy-logic-Herangehensweisen (möglicherweise auch von chaostheoretischen Überlegungen - dazu u.a. Wildgen 1985 und Bernárdez 1995). So wollen wir hier u.a. auch nur darauf verweisen, dass der von Helbig 1992 (im Einklang mit sehr vielen Linguisten) auf S.4 ff. als selbstverständliche Wesenseigenheit der Sprache angeführte Werkzeugcharakter durchaus verstärkt relativiert, ja sogar als maßgebliches Charakteristikum ganz in Frage gestellt wird (Bierwisch 1999). Ebenso finden sich  auch gegenüber der von Verf. S.6 als gewissermaßen „naturgegeben„ ohne Einschränkungen bejahten außersprachlich-übereinzel­sprachlichen (dazu vor allem Heger 1981, 1983) Gültigkeit des Begrifflichen in neuerer Zeit wieder verstärkt Vorbehalte. Diese werden vor allem  von Vertretern einer konstruktivistischen Semantik (vgl. besonders S.J. Schmidt 1983) und neohumboldtianischer linguistischer Weltanschaungsanhänger (besonders Weisgerber 1962) angemeldet als Gegenpol zur von manchen Kognitivisten wie generativen Linguisten als selbstverständlich gegeben angenommenen, in der Regel gar nicht weiter problematisierten Universalität kognitiver Grundausstattungen aller Menschen und unter Bezugnahme auf Maturanas biologistische Epistemologie sowie die Kulturgeprägtheit von Sprache wie Denken (vgl. etwa auch Wierzbicka 1991, 1992). Insoweit werden auch die mit Hinweis auf die als universell gültig betrachtete Relationslogik gemachten sehr richtigen Bemerkungen Helbigs (S.6), dass „ In Wahrheit [werden] jedoch nicht alle begrifflichen Relationen in jeder Sprache und erst recht nicht in jeder Sprache in der gleichen Weise realisiert„ werden, im Lichte einer solchen prinzipiellen Überzeugung von einer einzelsprachgeprägten Repräsentation unseres Weltwissens relativiert, und in der Tat sind ja auch Befürworter einer „vereinfachenden„ Isomorphieauffassung zwischen Semantik und Syntax, wie bspw. Bondzio 1976/1977/1978 und Welke 1988, letztendlich Parteigänger eines solchen sprachlichen Relativismus. Nicht zuletzt auch deshalb besteht aller Anlass zu einer detaillierteren Beschäftigung mit dem tatsächlichen Einfluss der (Mutter)Sprache auf die Kognition. 

 

1.1 Selbst ohne auf eine universell bzw. übersprachlich gemeinsame begriffliche Basis zu rekurrieren, scheinen uns Helbigs Bedenken gegenüber einer vereinfachten Annahme einer Isomorphiebeziehung zwischen Semantik und Syntax nur allzu bedenkenswert, wobei wir als ein bei Helbig so nicht angeführtes Argument auf die von uns bereits seit längerem postulierte Annahme von konstanten Argumenten bzw. Argumentkonstanten neben den dominierenden variablen Argumenten/ Argumentvariablen verweisen möchten (s. B.Wotjak 1989; G.Wotjak 1991b; 1994). Argumentvariable wie Argumentkonstante bilden das Argumentenpotential und zusammen mit den semantischen Prädikaten bzw. Funktoren im Sinne Bondzios 1971 ff. die sogenannte Kernkonfiguration der lexikalischen Bedeutung. Letztere weist - über diese feldintegrierenden, identifizierenden und virtuell allen dem gleichen lexikalisch-semantischen Feld zuordenbaren Verben gemeinsamen designativ-denotativ-referentiellen Komponenten des archisemformelhaften gemeinsamen Hauptnenners hinaus - in der Regel noch Modifikatoren auf, die als distinktive, differenzierende Merkmale die Bedeutung der jeweiligen Verben voneinander unterscheiden (so etwa stehlen von rauben; rennen , fahren von gehen, etc.). Noch sind gerade diese Modifikatoren (der Terminus geht auf Bondzio 1971 zurück und findet sich auch bei Helbig 1992) wenig untersucht, zentrieren sich die bisherigen Beschreibungen unterschiedlicher Paradigmen vorrangig bis faktisch ausschließlich auf das Argumentenpotential. Dieses wiederum macht als Argumentstruktur nicht nur in der generativen Beschreibung (vgl. u.a. Grimshaw 1990; Pustejovsky 1995), sondern auch in alternativen Herangehensweisen Furore (so bei Goldberg 1995) und wird im allgemeinen - aufgrund einer stillschweigend vorausgesetzten Isomorphierelation - nicht terminologisch von den LE unterschieden (etwa unter Rekurs auf Tesnière als Aktanten/Ergänzungen zu bezeichnen), die auf der Ebene der morphosyntaktisch charakterisierten Realisierungen in Satz/Äußerung wie Text/Diskurs als konkrete Füllungen/ Filler der Leerstellenvorgaben (=slots) des Argumentenpotentials der lexikalischen Bedeutung, also von Vorgaben  auf der semantischen Ebene (vgl.  Stelligkeit), fungieren.

 

 

1.2       Auch für uns besteht eine enge Verbindung zwischen Argumenten und Aktanten, sind doch nur die LE, die als filler für Argumentleerstellenvorgaben (slots) fungieren, als Aktanten zu bezeichnen und kann das Aktantenpotential als systemhafte morphosyntaktische Kombinationsvorgabe (Wertigkeit) nicht größer, in der Regel nur gleich und in noch im Einzelnen zu untersuchenden Spezialfällen u.U. auch kleiner ausfallen als das ihm korrespondierende Argumentenpotential. Dabei wollen wir fairer Weise nicht verschweigen, dass die Annahme einer durchgehenden Isomorphie zwischen Syntax und Semantik wohl in nicht unbeträchtlichem Maße von der Bestimmung der Bedeutung selbst abhängt. Wird diese syntaxabhängig als einzelsprachspezifisch geprägt betrachtet, so würden bspw. die Bedeutungen von stehlen und bestehlen  im Einklang mit deren abweichender Wertigkeit stehlen 1+(2); bestehlen 2 als nicht deckungsgleich zu betrachten sein. Erscheinen bei stehlen neben dem obligatorischen Subjektaktanten noch die fakultativen Aktanten Sa/direktes Objekt (Od) und Sd/indirektes Objekt (Oi), so weist bestehlen jeweils als obligatorische Aktanten nur das Subjekt und das Sa/direkte Objekt auf, wobei (vgl. 1) als Sa unterschiedliche Argumentvorgaben aktantifiziert werden, bei bestehlen aber die semantisch-funktional als PATIENS ausgezeichnete Argumentvariable als blockiert, wenn nicht gar als nicht sememisiert, nicht als Teil des Argumentenpotentials, erscheint.

 

(1)       stehlen und bestehlen mit Argumenten-/Aktantenpotential:

stehlen:                                                            bestehlen:                 

x  =  AGENTE/<Hum>     è    Subjekt/Sn   x  =  AGENTE/<Hum>   è  Subjekt/Sn

y  =   SOURCE/<Hum>    è   Oi/Sd            y  =  SOURCE/<Hum>    è  Od/Sa

z   =   PACIENTE/<Ofis> è   Od/Sa           z  =  PACIENTE/<Ofis>  è  0

 

 

1.2.1    Wird für diese plausibel erscheinende Lösung optiert, so stimmt das Argumentenpotential  von bestehlen (analog dazu berauben) nicht mehr mit dem Argumentenpotential der übrigen Verben überein, die der gleichen, durch die Spezielle Archisemformel charakterisierten Untermenge des übergeordneten Feldes der NEHMEN-Verben angehören (dazu B.Wotjak/G.Wotjak 1995): für stehlen als dreistelliges Verbsemem ist neben einem AGENS-slot ein PATIENS-slot und ein ADRESSATEN-slot (hier als LOCSource-Slot näher subspezifiziert)  anzunehmen; für bestehlen dagegen lägen nur ein AGENS-slot sowie ein ADRESSATEN-slot vor, was insbesondere im Einklang mit einer Feinspezifikation der elementaren Funktoren (und Einbeziehung des gemeinsamen Modifikatormerkmal, was beide von wegnehmen unterscheidet) indes wohl nicht prinzipiell verhindert, dass bestehlen nicht doch semantisch als sehr weitgehend kongruent mit stehlen angesehen wird. Allerdings würde diese - partielle - semantische Kongruenz sich nicht auch in der syntaktisch-funktionalen Charakterisierung der Ergänzungen reflektieren; während bei beiden Verben das Subjekt den AGENS-slot aktantifiziert, wird mit dem Sa-Aktanten bei stehlen der PATIENS-slot und bei bestehlen der ADRESSATEN-slot realisiert (vgl. auch unter 2 die Aktantensequenzen für beide Verben).

        

(2)       Aktantensequenzen für stehlen und bestehlen:

    stehlen :   Subj - Vf; Subj -  Sa ;  Subj  - Sd  -  Sa;   stehlen  1 + (2)/dreiwertig

    bestehlen:    Subj   -   Sa;                                           bestehlen    2/ zweiwertig

 

 

1.2.2    Auch wird mit einer solchen Vorgehensweise möglicherweise der Umstand nicht angemessen reflektiert, dass der Sprecher sich bei der Wahl von bestehlen nicht nur von der Möglichkeit zur in gleicher Weise als alleiniges Binom mit stehlen nicht akzeptablen Referentialisierung von AGENS und ADRESSATEN (LOCSource) leiten lässt (vgl. 3), sondern mindestens ebenso von der Möglichkeit, mit der für die Argumentenvorgabe (vgl. 4) gleichfalls nicht für stehlen zulässigen Aktantensequenz Subjekt - Sa das PATIENS, das was gestohlen wurde, unerwähnt zu lassen (sei es, weil es dem Sprecher unbekannt, sei es, weil er es nicht nennen möchte).

 

(3)       *Peter stahl dem Vater; aber Peter bestahl den Vater.

 

(4)       Peter hat das Buch gestohlen ist zwar syntaktisch korrekt und als Aktantensequenz Subjekt - Sa der für bestehlen formal identisch; damit aber wird ein abweichender Sachverhalt instantiiert.

 

Sollte das PATIENS unerwähnt bleiben, so ist dies mit stehlen nur durch eine einwertige Verwendung in Verbindung mit einem Subjekt möglich, da - wie bereits aufgezeigt - eine Aktantensequenz von Subjekt - Sd, offenbar nicht nur für stehlen, unzulässig erscheint.     

 

 

1.3       Nicht nur für die Beschreibung des Zutreffensgrades der  im übrigen für nicht wenige Verben nicht in Abrede zu stellenden Isomorphie bzw. Homomorphie (Báez San José - persönliche Mitteilung - spricht auf der Grundlage umfassender Verbanalysen von einer gesicherten Isomorphie für 80% der Verben; allerdings bezieht er sich dabei als Vergleichsglied nicht auf syntaktische, sondern auf syntaktisch-semantische (Satz)Schemata) zwischen Syntax und Semantik), sondern auch für die Beschreibung der Semantik erscheinen nähere Überlegungen zu diesem Problemkreis dringend angebracht. In diesem Kontext ist es bspw. durchaus von Belang, wie die Bedeutung im Falle von Fortbewegungsverben wie überqueren, durchschwimmen; ankommen; eintreten, betreten mit den durch sie offensichtlich auch intrasememisch fokussierten Lokalisationspunkten LOCPath (=Durchgangspunkt) bzw. LOCGoal (Zielpunkt) der Generischen Archisemformel (GAS) der Fortbewegung mit drei virtuellen Lokalisationspunkten (zusätzlich noch LOCSource=Ausgangspunkt; etwa fokussiert bei abfahren) zu beschreiben ist: als Gesamtheit der prototypischen Sequenzierung von Fortbewegung in drei Teillokalisationen oder jeweils abweichend davon nur mit dem fokussierten Lokalisationspunkt (vgl. den Trajector bei Langacker 1990, das Windowing bei Talmy). In letzterem Fall würde also eine Reduktion vorliegen gegenüber der GAS als Hintergrundskonzeptualisierung (koaktivierbaren Szene/Geschehenstyp= Klix 1987, landmark bei Langacker 1990), bei der mit nur einer Teilproposition das Prozessuale, die Dynamik der Bewegung, nicht adäquat wiedergegeben würde. Gewiss könnte diesem Umstand dadurch abgeholfen werden, dass eine von unserem bisherigen Vorgehen abweichende Symbolisierung/Detaildarstellung der Fortbewegung - nicht nur für diese Verben - gewählt würde , wie sie etwa Jackendoff 1997b; Pustejovsky 1995, aber auch Kunze 1993 zu präferieren scheinen; ob diese „Umschreibung„ notwendig ist (sie würde bspw. auch W.Thielemanns Bedenken 1994 gegenüber unserer Auflösung von Dynamik/Prozessualität in eine Sukzession von statischen Lokalisationen Rechnung tragen können), kann hier im Einzelnen nicht weiter verfolgt werden.

 

 

1.3.1    Eine solche grundsätzliche Anpassung des Argumentenpotentials an die präferenten, prototypischen sowie an die als weniger typisch bis problematisch empfundenen Aktantifizierungen/konkrete Aktantensequenzen, wie sie bspw. aus maschinenlesbaren Textkorpora repräsentativ ermittelt werden könnten, würde eine Konzession gegenüber der Isomorphieannahme sowie eine deutliche Abkehr von unserem bisherigen Vorgehen bedeuten, die Argumentenpotentiale möglichst weitgehend unabhängig von deren syntaktischen Realisierungsmöglichkeiten zu ermitteln.

 

Für eine Beibehaltung unseres in hohem Maße onomasiologisch und feldorientierten Vorgehens der Festlegung einer Generischen Archisemformel mit weitgehender Gültigkeit für deren spezifischen Ausprägungen als Spezielle Archisemformeln (dazu B.Wotjak/G.Wotjak 1995) könnte der Umstand sprechen, dass bei einem solchen syntaxzentrierten Vorgehen der semantischen Zusammengehörigkeit der oben angeführten Verben eine viel stärker zerklüftete, parzellierte  Einzelbedeutungsbeschreibung gegenübergestellt würde. Es genügt dabei, auf die bei diesen Verben in unterschiedlichem Maße gegebene Plausibilität bzw. Disponibilität von Aktantifizierungen weiterer, nicht fokussierter oder in Emphase stehender (dazu Kunze 1991, 1993) LOC-Argumentvorgaben   hinzuweisen, wie wir sie in (5i-v) angedeutet haben.

 

(5i)  eintreten: Sn - pSa; p= in /LOCGoal : è Grundvalenz (=prototyp.   Aktantifizg.?)

Sn - p1Sa/LOCGoal - p2Sd; p2= von/LOCSource - p3Sa; p3= durch/

LOCPath

Peter trat in den Garten von der Straße (aus) durch die Seitenpforte ein.

 

(5ii) betreten:   Sn - Sa/ LOCGoal;

                         Sn - Sa/LOCGoal - p1Sa; p1= durch/LOCPath

                         Sn -  Sa/LOCGoal -  p1Sa/LOCPath - p2Sd; p2= von/LOCSource

                         Peter betrat den Garten von der Straße (aus) durch die Seitenpforte.

 

(5iii) ankommen: Sn - p1Sd; p1= an/in/auf /LOCGoal

Sn - p1Sd/LOCGoal - p2Sd; p2= aus /LOCSource

Sn - p1Sd/LOCGoal - p2Sd/ LOCSource - p3Sa; p3=über/LOCP

    Der Zug aus Rostock (über Magdeburg) kommt heute auf Bahnsteig 12 an.

 

(5iv) abfahren:   Sn, meist mit Zeitangabe: Peter ist (bereits) abgefahren.

                           Sn - p1Sd; p1= von/aus /LOCSource

                           Der Zug ist aus Weimar (bereits) abgefahren.

                           Peter ist um 13.00 Uhr von seiner Wohnung abgefahren.

                            Sn - p1Sd/LOCSource - p2Sa; p2= nach /LOCGoal

                           Der Zug nach Leipzig ist (bereits) aus Weimar abgefahren.

                           Sn - p2Sa/LOCGoal

                           Petra ist vor ca. einer Stunde/bereits nach Hamburg abgefahren.

                           

(5v) durchschwimmen

        überqueren :         Sn - Sa/LOCPath

                                     Sn - Sa/LOCPath - p1Sd; p1=von /LOCSource - p2Sa;

                                     p2= auf/zu/nach /LOCGoal

Petra durchschwamm den Fluss von einem Ufer (bis) zum anderen Ufer in knapp 20 Minuten/in Rekordzeit.          

Peter überquerte die Straße von links nach rechts.

 

 

1.3.2    Eine solche syntaxzentrierte Bestimmung des Argumentenpotentials wie auch der Valenz brächte durch den Bezug auf beobachtbare Fakten (wiewohl sich durchaus nicht alle zulässigen Aktantifizierungen/ Aktantensequenzen in allen betrachteten, u.U. selbst in umfänglicheren maschinenlesbaren Textkorpora nachweisen lassen dürften) nur scheinbar einen methodischen Zugewinn für die Bestimmung der syntaktischen Valenz der betreffenden Verben (und andere Wortarten sinngemäß): tauchen doch als faktisch gleichwertige, zudem nicht selten nicht minder seltenere Mitspieler des Valenzträgers bspw. auch solche LE auf (wie etwa Zeitangaben), die wohl nicht als Aktanten (nicht als complements, sondern bspw. als adjuncts) angesehen werden können. Bei  Akzeptanz der postulierten Isomorphie würden dann Aktanten/Filler und Argumentstruktur in der Tat zusammenfallen, was der auch von Helbig 1992 nicht zufällig sehr detailliert behandelten Unterscheidung von Ergänzungen/Aktanten und Angaben/Zirkumstanten um so größeres Gewicht verleiht. Wie Helbig zeigt, sind die ca. 40 operationellen Verfahren in sehr unterschiedlichem Maße für die Bestätigung des Aktanten(Ergänzungs)status ( und im Kontrast dazu auch des Status von Angaben) heranziehbar. In der Regel bedarf es aber auch in relativ eindeutigen Fällen des Rekurses auf die Intuition, die Semantik, bspw. um zu einer Unterscheidung von fakultativen Ergänzungen und Angaben zu gelangen. Wir wollen und können auf diese sehr prinzipielle Problematik mit dem Verweis auf die Zweckmäßigkeit des Rekurses auf eine vorgängige oder komplementäre detaillierte Beschreibung der lexikalischen Bedeutung der betreffenden LE hier verzichten: nach unserer Überzeugung können nur solche LE-Mitspieler als Aktanten fungieren, die als Filler für die Argumentleerstellen der Kernkonfiguration des Verbsemems auftreten, während alle übrigen LE per definitionem nur als Zirkumstanten/Angaben betrachtet werden können, und dies selbst in den Fällen, in denen sie als alternativ-obligatorische Mitspieler des Verb begleiten (vgl. 6).

 

(6)       Peter benahm sich schlecht/gut/wie es sich gehört.

 

Für die Festlegung des Argumentenpotentials könnte auf syntaktische Faktoren nur insoweit zurückgegriffen werden, als mit Tesnière (und entgegen uns einleuchtend erscheinenden Feinauflösungen von Sememen in einfachere bis elementare semantische Prädikate mit den von diesen geforderten Argumentvariablen/slots) davon ausgegangen würde, dass als Aktanten nur Subjekt, indirektes und direktes Objekt-Filler der Verbumgebung fungieren können und zudem alle entsprechend morphosyntaktisch-funktional charakterisierten Verbmitspieler  ausnahmslos Aktantenstatus besitzen müssten. Damit aber würden bspw. - zeitliche und andere - Maßangaben in Sa-Position wie unter (7) zu den Aktanten zu zählen sein und die ihnen entsprechenden semantischen wie konzeptuellen Phänomene als zur Argumentstruktur zugehörig ausgewiesen erscheinen.

 

(7)       Er spazierte den ganzen Nachmittag durch den Park.

           Petra lief die zwei Kilometer bis zur Bahn.

 

 

2.         Da die Gefahr eines Zirkelschlusses offensichtlich und der methodologische Gewinn bspw. für eine Valenz- wie eine Semantikbeschreibung zweifelhaft ist, sollte als Variante doch zumindest ansatzweise auf eine voneinander unabhängige Beschreibung von lexikalischer Bedeutung und morphosyntaktischer Kombinatorik (Distribution wie Valenz bei heteroinzidenten LE) Wert gelegt werden. Werden beide Beschreibungen aufeinander oder auch ineinander abgebildet, so würden sich eindeutige Zuordnungen von LE-Filler für Argumentvorgaben (= Aktanten) sowie für Modifikatoren (=Zirkumstanten im Sinne etwa der Kern-Zirkumstanten von Kotschi 1991; vgl. auch Melis 1983) für den Satzbauplan der LE ergeben, hier beispielhaft für das Verb als Hauptvalenzträger und systemhafte Kombinationsvorgabe/Anleitung für semem- wie lexemindizierte LE-Mitspieler. Damit aber würden Analysen von Satzvorkommen, die ohnehin in der Regel losgelöst vom Äußerungskontext vorgegeben werden und letztlich nicht ablösbar von semantischen Erwägungen sind, im Sinne der operativen Nachweisverfahren nachgeordnete Bedeutung bekommen und auch beim Rekurs auf reale Textkorpora eine gesicherte Bezugsinstanz bereitgestellt. Vorausgesetzt eine von der Syntax losgelöste überzeugende Bestimmung der das Semem konstitutierenden semantischen Prädikate, Argumentslots und Argumentkonstanten (=Argumentenpotential) wie Modifikatorslots (im allgemeinen als alternative Vorgaben und Modifikatorkonstanten) kann geleistet werden. Hierbei sollte die unseres Erachtens wesensimmanente enge Beziehung von Semem und durch das Semem als einzelsprachspezifisch geprägtes sozialisiertes und usualisiertes geteiltes generisches Weltwissenskondensat und solchen kognitiven Konfigurationen wie den Szenen, Skripts, frames bzw. Szenarien, Geschehenstypen, etc. nicht ausgeklammert, sondern vielmehr ausdrücklich thematisiert werden. Damit wird keineswegs automatisch einer Vermischung unterschiedlicher Ebenen Vorschub geleistet; handelt es sich bei den Sememen doch um kognitive Entitäten sui generis, die qualitativ wie vor allem quantitativ deutlich abgehoben sind von den Ko-Partizipanten etwa des Geschehenstyps nach Klix 1987 (dazu vor allem in Wotjak 1994, 1996). 

 

Der Pragmatik, keineswegs der pragmatischen Valenz (auf diese sollte ebenso verzichtet werden wie auf die semantische Valenz, selbst nicht in dem von Helbig 1992 vorgegebenen eingeschränkten Sinne mit Bezug auf die semantisch-funktionalen Bestimmungen der Argumentvorgaben), zurechenbare Ko-Partizipanten der durch das betreffende Verblexem/Semem instantiierten Szene (dazu Heringer 1984) entstammen die Argumente, die durch ein komplexes und keineswegs bereits völlig klar bestimmtes „Auswahlverfahren„  sememisiert werden und zusammen mit den gleichfalls in die Kernbedeutung synchron relativ invariant „eingefrorenen„ Prädikatoren und den das Semem als Ganzes von den übrigen synonymen Sememen differenzierenden Modifikatoren die systemhafte semantische Mikrostruktur als Handlungsanleitung für die kotextuell-kontextuell-diskursive Kombination zu Sätzen (intraphrastische Aktantifizierungen und Zirkumstantifizierungen) sowie Satzgruppen (transphrastische Aktantifizierungen) bilden. Für die Beschreibung der tatsächlichen Sememisierungen und deren Abgrenzung, einerseits von dem in der Regel durch die Sprecher der gleichen Sprache, insbesondere bei Mitgliedern der gleichen Kommunikationsgemeinschaft (bspw. auch ein und derselben Berufsgruppe), weitgehend übereinstimmenden Szenenwissen, dem geteilten Weltwissen, sowie andererseits von den je individuellen Konzeptualisierungen, können mit Nutzen neben Bedeutungsumschreibungen auch Untersuchungen zu den lexikalisch-semantischen Feldern herangezogen werden. Dabei gibt eine auf den so ermittelten Argumenten und Modifikatoren aufsetzende Beschreibung des morphosyntaktischen Kombinationspotentials der betreffenden LE-Variante eine Orientierungsgröße vor für die Füllung der Leerstellen des Argumentenpotentials und auch der Modifikatorvorgaben bzw. im Falle von intrasememischen (wie intralexematischen, d.h. im Zeichenkörper lexikalisch belegten) Konstanten als Argumenten (8) und Modifikatoren (9) spezifische Behinderungen für die intraphrastische Belegung/Vertextung.

 

Dabei wird in (8) und (9) die Gewichtigkeit kommunikativ-situativ-pragmatischer Faktoren hinsichtlich der tatsächlichen LE-Belegung von Argument- wie Modifikatorvorgaben (von Leerstellen/slots im eigentlichen Sinne kann ja bei Konstanten nicht die Rede sein) einmal mehr verdeutlicht; können Konstante doch nur dann intraphrastisch vertextet werden, wenn sie eine die sonst auftretende Tautologie/ unangemessene semantisch-kommunikative Redundanz vermeidende nähere semantisch-kommunikative Spezifizierung erfahren (8´) bzw. (9´).

 

(8)       *Petra lief auf ihren Füßen.

(8´) Petra lief auf ihren Händen/auf allen Vieren/ auf leisen Sohlen.

(9)       *Der Fisch stinkt schlecht.

(9´)   Der Fisch stinkt ganz fürchterlich.

 

LE im Satz, die weder auf Argumente noch auf Modifikatoren der Verbbedeutung bezogen werden können, gehören nicht zum sememindizierten Kombinationspotential; es handelt sich dabei ebenfalls um Zirkumstanten, von denen einige zudem Bezug auf die durch das Semem induzierte kognitive Konfiguration (Szene, etc.) nehmen können. Schließlich können im Satz auch noch solche Zirkumstanten auftreten, die nicht einmal korreliert werden können zu solchen Ko-Partizipanten der Szene/des Geschehenstyps; in der Regel dürfte es sich dabei um Einstellungsoperatoren handeln, die als Satzadverbien fungieren, also auf einer distinkten Ebene im Sinne der Mehrebenenkonzeption von S.C.Dik 1989 (vgl.  dazu Hengeveld 1997; aber auch Báez San José 1996) angesiedelt sind.

2.1       So sehr wir Helbigs Auffassung von einer modularen Beschreibung begrüßen, so wenig scheint uns die Annahme einer Mehrebenenkonzeption für die Valenz selbst einen Erkenntnisgewinn  zu erbringen; wohl aber scheint sie dazu angetan zu sein, die Valenz inhaltlich zu überfrachten und einer nicht exakten Abgrenzung der Ebenen u.U. Vorschub zu leisten. Wie bereits 1990 begründet, scheint es u.E. durchaus denkbar und sinnvoll, von Valenz künftig nur noch im Hinblick auf die morphosyntaktischen Aspekte der Kombinatorik zu sprechen. In der Tat zieht Helbig 1992 die Verwendung von Valenz im Sinne von pragmatischer Valenz selbst in Zweifel, womit weder er noch wir die Wichtigkeit der Berücksichtigung von pragmatisch-kommunikativen Aspekten in Abrede stellen - so etwa bei der Bestimmung des obligatorischen bzw. fakultativen Charakters von Ergänzungen wie Angaben. Andererseits wird die von Helbig als semantische Valenz apostrophierte Kasusrollenbestimmung für die Argumentvorgaben auch ohne Rekurs auf den Terminus „Valenz„ von einer entsprechenden semantischen Beschreibung der Argumentleerstellen mit geleistet. Es genügt u.E., dass diese slots unter Rekurs auf die Kasusrollen semantisch-funktional bestimmt werden (wohl vor allem durch Kasus der Stufe B, die eine linearisierte, die globale Perspektive der Bedeutungsbeschreibung zugrunde legende Bestimmung gewährleisten -  vgl. die von uns bereits 1987b vorgelegte semantisch-funktionale Zweiebenenbestimmung der Argumente auf der Ebene der elementaren semantischen Prädikate/Funktoren und der der Gesamtproposition- dazu auch die Überlegungen zu den macroroles bei van Valin/LaPolla 1997); von semantischer Valenz muss dabei nicht die Rede sein, gilt es doch, diese von der logisch-semantischen Valenz bei Bondzio zu unterscheiden. Außerdem muss und kann sich eine semantische Beschreibung nicht auf diese semantisch-funktionale Spezifizierung der slots beschränken, sondern muss auch deren semantisch-kategoriale, denotative, klassematische Bestimmung (Helbigs Stufe III im Valenzwörterbuch) unbedingt mit einbeziehen.

 

Warum wären solche semantischen Selektionsrestriktionen aus der semantischen Valenz auszuklammern bzw. die semantisch-funktionalen Angaben gegenüber den für die sememotaktische Kombinatorik nicht weniger bedeutsamen semantisch-kategorial-referentiellen Vorgaben für die LE-Füllung zu privilegieren? Dabei sind gewisse Unterschiede zwischen beiden Bestimmungen nicht abzuleugnen; so dürften die semantisch-funktionalen Angaben für virtuell alle dem betreffenden Unterfeld angehörigen Verben (und möglicherweise auch übereinzelsprachlich) weitgehend gleich sein, während sich im Bereich der semantisch-denotativen Vorgaben Einzelsprachspezifisch-Idiosynkratisches besonders deutlich niederschlägt. Dennoch reichen solche Unterschiede wohl nicht für eine Sonderbehandlung der Kasusrollen aus, zumal ja letztere auch bei einer nicht als Valenz charakterisierten Herangehensweise durchaus als wertvolle, wenn auch hinsichtlich ihrer näheren Bestimmung noch ungenügend charakterisierte Beschreibungsmittel erhalten bleiben.

 

 

2.2 Eine Einschränkung des Begriffes „Valenz„ auf die syntaktische Ebene erlaubt eine eindeutigere Bestimmung dessen, was als zur Valenz gehörig betrachtet werden kann, wobei die Abgrenzung zur Distribution letztlich von der Valenzbestimmung abhängig ist. Ist nun aber alles, was nicht der - syntaktischen - Valenz zugeordnet werden, aber in der Verbumgebung im Satz vorkommen kann, Bestandteil der Distribution des Verbs? Wohl kaum, sind manche der Kotextbestandteile doch bspw. auf andere Verbmitspieler und nicht auf das Verb selbst bezogen. Was gehört nun aber zur Valenz des Verbs, was macht dessen Wertigkeit aus; sind Wertigkeit und syntaktische Valenz gleichzusetzen? Hier scheint durchaus noch ein Rest an Klärungsbedarf zu bestehen; scheinen doch tendenziell vor allem bis ausschließlich die Aktanten/Ergänzungen für die Wertigkeit (und Valenz) entscheidend. Was aber wird dann mit den zugegebenermaßen selteneren, aber gleichfalls sememindizierten Modifikatorvorgaben, die als Angaben bzw. Kern-Zirkumstanten einen u.U. nicht weniger alternativ-obligatorischen Charakter haben können, in jedem Fall aber sememindizierte  Vorgaben als Handlungsanleitungen für die „Begleitung„ des Verbs beinhalten, die im Einklang mit syntaktisch-usuellen, textsortenspezifischen wie situativ-kommunikativ-illokutiven Faktoren durch entsprechende LE intraphrastisch vertextet werden können bzw. in Ausnahmefällen müssen? Wird „Valenz„ mit Bindefähigkeit/ Verknüpfungspotenzial gleich gesetzt, so müssen wohl auch solche Angaben mit als valenznotwendige Vorgaben betrachtet werden; es genügt, dass die valenzbedingten/-geforderten Mitspieler im Semem eine semantische Begründung finden als Argumente oder Modifikatoren. Valenzzulässige LE-Mitspieler wären, falls man hierbei nicht auf den Terminus „Valenz„ besser überhaupt verzichtet und ihn durch sememindizierte (=valenznotwendige) und sememinduzierte (= valenzzulässige) Systemvorgaben ersetzt, dann solche Zirkumstanten, die aus semantisch-kommunikativen Erwägungen heraus vertextet  werden und dabei Ko-Partizipanten der induzierten, evozierten Szene entsprechen.

 

Während Argumente und Modifikatoren als Bestandteile des Semems den Bezugsrahmen für die syntaktische Valenz liefern, sollten die sememinduzierten (valenzzulässigen), koaktivierbaren Ko-Partizipanten der mit dem Semem korrelierten Szene nicht mehr zum Fügepotenzial des betreffenden Verbs im Sinne der Valenz, wohl aber im Sinne der Distribution, hinzugerechnet werden.

 

Wir haben uns mit Valenz wie Distribution auf die Kombinationspotenzialvorgaben der systemhaften LE bezogen; wir schließen nicht aus, dass zusammen mit deren LE-Besetzungen (Filler/=Vertextungen= Aktantifizierungen, stets sememindiziert und Zirkumstantifizierungen, sememindiziert bei Valenz und sememinduziert bei Distribution) intraphrastisch noch weitere LE vorkommen, die nicht in direkter Beziehung zum Verb gebracht werden können. Andererseits schließen wir aber auch nicht aus, dass es zu transphrastischen Aktantifizierungen und Zirkumstantifizierungen der sememindizierten Argumente und Modifikatoren wie aber auch zu Zirkumstantifizierungen sememinduzierter Ko-Partizipanten der koaktivierten Szene kommen kann. Bislang sind vor allem diese kohärenzstiftenden transphrastischen Bezüge des sememotaktischen wie morphosyntaktischen Kombinationspotenzials von Verben (und eventuell auch weiteren Wortarten) noch wenig erforscht. Zumindest in diesem Bereich wie generell in der Bezugnahme über das Lexikon hinaus auf den Text kann die Valenzbeschreibung neue fruchtbare Betätigungsfelder erschließen.

 

 

3. Was kann und was soll eine hinsichtlich ihres Untersuchungsgegenstandes deutlich eingegrenzte syntaktische Valenztheorie an der Wende zum neuen Jahrtausend leisten?  Hat sie nur dann überhaupt noch eine - wie auch immer zu bestimmende - Existenzberechtigung, wenn gegenüber der behaupteten Isomorphierelation von Semantik und Syntax Bedenken angemeldet werden? Was bleibt für eine morphosyntaktische Bestimmung der durch Valenz, genauer durch das Semem, vorgegebenen Selektionsrestriktionen/ Vorgaben für Anzahl und semantisch-funktionale wie semantisch-kategoriale Beschaffenheit der (obligatorischen wie fakultativen) Ergänzungen/Aktanten und Angaben/Zirkumstanten übrig? Selbst wenn wir abweichend von Mel´cuk 1995a unter Syntax nicht nur das subsumieren, was anders als durch Verweis auf einen nichtregelgeleiteten Usus/Konvention nicht erklärt werden könnte, erscheint das Betätigungsfeld einer syntaktischen Valenzbeschreibung in der Tat sehr eingegrenzt. Umfasst sie doch neben den valenznotwendigen Mitspielern allenfalls noch die valenzzulässigen, d.h. nicht die sememindizierten, sondern nur die sememinduzierten Zirkumstanten, die wir weiter oben der Distributionsvorgabe (das von uns früher benutzte Konzept der Aktantensequenzen muss, da ja auch Zirkumstanten sememindiziert sein können, wohl auch revidiert/ aufgegeben werden) zugeordnet haben. In beiden Fällen aber handelt es sich in einem noch im Einzelnen zu beschreibenden Sinne nicht um Syntaktisches im restringierten Sinne Mel´cuks, da für deren Quantität wie  semantische Qualität nicht ausschließlich Wirkungen des Usus zu veranschlagen sein dürften. Hinzu kommt, dass bspw. auch deren obligatorischer wie fakultativer Charakter, zumindest dort, wo valenzgeforderte Mitspieler weglassbar sind, nicht so sehr syntaktisch, usuell, sondern wohl vor allem kommunikativ-illokutiv-diskursiv bedingt sein dürfte.

 

 

3.1 Da eine jegliche Beschreibung der situativ-illokutiv angemessenen Verwendung von LE nicht der Angabe von syntaktischen Charakteristika als Teil des kommunikativen Potenzials dieser LE entraten kann, muss auch eine dominant semantische Beschreibung des sememotaktischen Kombinationspotentials die Frage nach den morphosyntaktischen Charakteristika der möglichen Vertextungen der Argumenten- wie Modifikatorenslots wie auch der Argument- bzw. Modifikatorkonstanten der betreffenden sememischen Mikrostruktur thematisieren. Hier sollten an der Nahtstelle von Semantik und Syntax Semantiker und Syntaktiker eng zusammenarbeiten und u.a. der Existenz isomorpher Relationen anhand konkreter Verbanalysen mit syntaktisch-funktional wie syntaktisch-kategorial bestimmten Ergänzungen (und Kern-Zirkumstanten) nachspüren. Da nach unserer festen Überzeugung eine Valenzanalyse sich auf die syntaktischen Aspekte konzentrieren sollte, diese aber aufs engste mit semantischen Vorgaben verbunden sind und wohl ohne eine solche Bezugnahme eine Abgrenzung von Ergänzungen und Angaben nicht überzeugend geleistet werden kann, ist eine Valenzanalyse nicht ohne eine vorgängige oder begleitende Beschreibung der lexikalischen Bedeutungen praktikabel.

 

 

3.2 Muss eine so verstandene Valenzbeschreibung nun ein Mauerblümchendasein fristen, getreu dem Motto: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen? Ist die Glanzzeit dieses innovativen Theorieansatzes vorbei, bevor er überhaupt ausreichend auf weitere Sprachen ausstrahlen konnte? Sind u.U. noch weitere Applikationsbereiche auszumachen, über die Beschreibung von phraseologischen Mehrworteinheiten hinaus mit valenznotwendigen wendungsinternen und externen Mitspielern verbaler Phraseolexeme (dazu detailliert in B.Wotjak 1992) bspw. Aussagen zur internen Valenz oder Fügepotenz zwischen Wortbildungselementen im Sinne etwa von Abramov  1967, 1971 und Stepanova 1971? Ist selbst eine syntaktische Beschreibung der Valenz weiterer heteroinzidenter, valenztragender LE, so Substantive (Teubert 1979, Sommerfeldt/Schreiber 1977), Adjektive (Junker 1970; Sommerfeldt/Schreiber 1974), Präpositionen schon hinreichend „ausgereizt„? Besteht nicht bspw. durchaus auch noch Nachholbedarf hinsichtlich der Behandlung propositionaler Argumentvorgaben und valenzabhängiger  Nebensätze, zumindest für das Deutsche (dazu bspw. detailliert Gärtner 1989, 1991)? Muss zur Bewahrung des mit der Ausweitung des Valenzkonzepts auf die Semantik und darüber hinaus die Pragmatik und Kognition erlangten unbestreitbaren Prestiges auf einem so weiten Verständnis von Valenz beharrt und bspw. einer Mehrebenenauffassung der Valenz das Wort geredet werden?

 

 

3.3 Wir hoffen, dass unser als Wissenschaftler und Mensch hoch geschätzter Jubilar, der die Valenztheorie aus der Taufe gehoben, sie erwachsen und gesellschaftsfähig gemacht, mit Rat und Tat sachkundig und verständnisvoll begleitet und ihr mit seinen zahlreichen einschlägigen Veröffentlichungen maßgeblich zu einem ehrenvollen Platz in einer Geschichte der Sprachwissenschaft verholfen hat, ein „Machtwort“ sprechen und der Valenztheorie in den Stürmen der Zeit den ihr angestammten Platz im Konzert der modernen sprachwissenschaftlichen Theorien zuweisen wird. Wir wünschen ihm dazu viel Kraft und Gesundheit.

 

 

* Mit diesem Beitrag möchten wir den Beitrag würdigen, den Gerhard Helbig, der im Dezember 1999 seinen 70. Geburtstag feierte, zur angesprochenen Thematik geleistet hat.

 

 

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© Gerd Wotjak. Círculo de lingüística aplicada a la comunicación. Kreis der linguistik angewandt auf die kommunikation 2, Mai 2000. ISSN 1576-4737. http://www.ucm.es/info/circulo/no2/wotjak.htm

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