Charakterisierung von après tout nach dem modularen Ansatz

 

clac 5/2001

 

Daniela Philippi

 

Freie Universität Berlin

 

 

 

Bei der Untersuchung des Indikators nach dem modularen Ansatz können die Eigenschaften in den einzelnen Modulen, die unterschiedlichen Gegen­standsbereichen des Interpretationsprozesses entsprechen, systematisch bestimmt und situiert werden. Ich werde mich bei der modularen Bestim­mung größtenteils auf eine von Hossbach (1995) durchgeführte Untersu­chung von en somme und seinen Entsprechungen, zu denen sie auch après tout zählt, stützen. Après tout wird dabei in seiner Eigenschaft als reformu­lativer Indikator untersucht. Aus diesem Grunde könnte die modulare Bestimmung auch als Vertiefung und Erweiterung der bereits in Kapitel 2.1 beschriebenen Bestimmung von après tout als reformulativer Indikator betrachtet werden. Diese soll hier einer Bestimmung als argumentativer Indikator gegenübergestellt werden.

Die in den zuvor beschriebenen Klassifizierungen am häufigsten als Ent­sprechungen von après tout genannten Ausdrücke (finalement, en défini­tive, tout bien considéré, tout compte fait, en fin de compte, somme toute, enfin), die mehrere Diskursfunktionen mit après tout teilen und alle eben­falls als reformulative Indikatoren bestimmt werden, sollen in die Analyse miteinbezogen werden.[1] Wenn im folgenden von Entsprechungen die Rede ist, beziehe ich mich ausschließlich auf diese Ausdrücke. In einigen Modulen kann après tout hinsichtlich bestimmter Eigenschaften von diesen Entsprechungen abgegrenzt werden. Größtenteils jedoch werden bei der modularen Analyse ganz allgemeine Eigenschaften reformulativer Indika­toren untersucht, die am Beispiel von après tout erörtert und teilweise auch problematisiert werden.

Neben der Aufdeckung weiterer Annahmen über après tout bzw. über reformulative Indikatoren allgemein und der Situierung bereits erwähnter Eigenschaften des Indikators hinsichtlich ihrer Gegenstandsbereiche ist die Zielsetzung, die in der vorliegenden Arbeit mit den Untersuchungen nach dem modularen Ansatz verfolgt wird, zum einen eine nähere Bestimmung der Diskurseinheiten p und q, die après tout in bezug setzt, zum anderen eine Verdeutlichung, welche Konsequenzen eine ausschließliche Zuord­nung des Ausdrucks als reformulativer oder als argumentativer Marker für die jeweilige Interpretation einer Äußerung impliziert.

 

Der modulare Ansatz geht von einer Dreiteilung in situationelle, linguisti­sche und diskursive Module aus, die miteinander interagieren. In Anleh­nung an Hossbach (1995) werden après tout und die in die Analyse mit­einbezogenen Entsprechungen als erstes hinsichtlich der unterschiedlichen Häufigkeit ihres Gebrauchs untersucht und voneinander abgegrenzt. Eine Analyse der Frequenz reformulativer Indikatoren war bis zur quantitativen Analyse Hossbachs nicht vorgenommen worden. In einem nächsten Schritt werden die semantischen, morphosyntaktischen und syntaktischen Eigen­schaften, abschließend dann die diskursiven Eigenschaften der Indikatoren (in periodischer, hierarchischer, relationeller, enonciativer, informationeller und polyphoner Hinsicht) erörtert.[2] Die Analyse in den diskursiven Mo­dulen ist für das in Kapitel 2 aufgeworfene Problem der Bezugnahme und damit verbunden auch für die Frage der Bestimmung als reformulativer oder als argumentativer Indikator von zentraler Bedeutung.

3.1            Zur Frequenz

Ausgehend von der Annahme, daß sprachliche Ausdrücke nicht nur durch ihre Eigenschaften, sondern auch durch die Häufigkeit ihres Gebrauchs geprägt sind, unternimmt Hossbach eine Frequenzanalyse reformulativer Indikatoren nach den Parametern Frequenz und Stil, Funktion, Idiolektik, Semantik und Kanal. Die Hypothese, daß die Frequenz reformulativer Indikatoren sehr unterschiedlich ist, kann dabei bestätigt werden.[3]

Hinsichtlich der Häufigkeit bzw. Frequenz von après tout und seinen Entsprechungen erweisen sich im schriftlichen Diskurs après tout und enfin als weitverbreitete, tout bien considéré, en définitive, finalement, tout compte fait, en fin de compte und somme toute hingegen als kaum verwendete Ausdrücke (Hossbach 1995: 201f.).

Eine weitere Untersuchung Hossbachs (1995: 202f.) gibt Auskunft darüber, bei welchen Ausdrücken der Faktor Stil im Gebrauch eine Rolle spielt. Die hochfrequenten Ausdrücke après tout und enfin sowie finale­ment gelten als stilistisch unmarkiert, während die wenig verwendeten Indikatoren eher nur in bestimmten Diskurstypen als angemessen erachtet werden, stilistisch also markiert sind.[4]

In einem nächsten Schritt stellt Hossbach (1995: 204f.) den Zusammen­hang zwischen Frequenz, stilistischer Unmarkiertheit und Funktion bzw. semantisch-pragmatischen Eigenschaften der Ausdrücke her. Dabei geht sie von der Klassifizierung reformulativer Indikatoren nach Rossari (1990-1994a) aus (vgl. Kapitel 2.1.2.3). Da sich die hochfrequenten, stilistisch unmarkierten Ausdrücke verschiedenen Teilklassen reformulativer Indika­toren zuordnen lassen, vermutet die Autorin, daß in jeder Teilklasse ein unmarkierter "Passe-Partout-Indikator" hinsichtlich der Frequenz domi­niert, weil er eine einfachere Struktur aufweist als die anderen Ausdrücke: Après tout und enfin dominieren jeweils bei der Markierung der Reexaminierung und der Invalidierung/Korrektur.

Die durchschnittliche Frequenz der Indikatoren divergiert natürlich in den analysierten neun Romanen. Jedoch scheinen individuelle Vorlieben von Autoren bei der Gestaltung der Idiolekte ihrer Figuren nach den quantitativen Erhebungen Hossbachs (1995: 205ff.) den Gebrauch hoch­frequenter "Passe-Partout-Indikatoren" weniger zu beeinflussen als den Gebrauch niedrigfrequenter Indikatoren.

Bei einer Untersuchung Hossbachs (1994: 207ff.), inwiefern der Kanal den Gebrauch der Indikatoren bedingt, kann die Hypothese über die Un­abhängigkeit der hochfrequenten "Passe-Partout-Indikatoren" von indivi­duellen Präferenzen jedoch nicht bestätigt werden. Im mündlichen Diskurs (bei einer Analyse von fünf Radiodiskussionen) stellt sich enfin zwar wie­der als hochfrequenter Indikator heraus, aber gerade après tout hat mit insgesamt drei Vorkommen eine relativ niedere Frequenz, so daß nicht mehr generell von einem "Passe-Partout-Indikator" gesprochen werden kann. Genauso wie finalement, das zwar eine niedere Frequenz aufweist, stilistisch aber dennoch als unmarkiert gilt, zählt après tout zu den Indika­toren mit uneinheitlicher Frequenz.[5]

Aus der Frequenzanalyse läßt sich festhalten, daß après tout als stili­stisch unmarkierter Indikator im schriftlichen Diskurs häufig, im mündli­chen Diskurs jedoch nur selten gebraucht wird. Ganz am Ende dieser Ar­beit werde ich nochmals auf diese Feststellung zurückkommen und versu­chen, diese uneinheitliche Frequenz durch eine Hypothese zu erklären. Im folgenden soll zunächst mit der modularen Bestimmung von après tout fortgefahren werden, wobei der Indikator erst in den linguistischen, dann in den diskursiven Modulen untersucht wird.

3.2            Zu Bedeutung und Struktur

In den linguistischen Modulen untersucht Hossbach die reformulativen Indikatoren bezüglich ihrer semantischen, morphosyntaktischen und syn­taktischen Eigenschaften.

In Hinsicht auf die Semantik unterscheidet Hossbach (1995: 214) zwi­schen primären Eigenschaften, d.h. in der lexikalischen Struktur der Indikatoren explizierte Basiseigenschaften und sekundären Eigenschaf­ten. Diese werden als Merkmale verstanden, die sich unter Einbeziehung außersprachlicher Kenntnisse ableiten lassen. Nach Hossbach (1995: 305) teilt après tout mit tout compte fait, somme toute und tout bien considéré die primäre Eigenschaft [+Gesamtheit] und weist außerdem gemeinsam mit en définitive, en fin de compte, enfin und finalement die primär termi­nierende Eigenschaft [+Abschluß in der Zeit] auf. Letztere ist meiner Ansicht nach jedoch für après tout unzutreffend und sollte deswegen abgeändert werden auf [+Nachzeitigkeit] oder [+Angabe der zeitlichen Di­mension] (vgl. Kapitel 2.4.1). Da finalement, en définitive, enfin und en fin de compte ebenfalls (durch die Abschlußmarkierung) die zeitliche Di­mension angeben, teilen alle Entsprechungen mit après tout eine seiner primären Eigenschaften. Eine der von Hossbach angegebenen sekundären Eigenschaften, die Reduzierungsmarkierung, haben nach Ansicht der Au­torin alle reformulativen Indikatoren (vgl. Kapitel 3.3). Hossbach (1995: 216) geht davon aus, daß die semantischen Eigenschaften eng mit den pragmatischen Eigenschaften der Indikatoren verbunden sind.

 

Morphosyntaktisch gesehen hat après tout die Struktur Präp (après) + N. Als polylexikalische Wendung unterscheidet sich après tout gemeinsam mit den Entsprechungen derselben Struktur, die jedoch mit anderen Präposi­tionen gebildet werden (en définitive, en fin de compte) und den polylexi­kalischen Entsprechungen anderer Struktur (somme toute, tout compte fait, tout bien considéré) von den monolexikalischen Adverbien (enfin, finalement). Innerhalb der polylexikalischen Wendungen gehören neben après tout auch en définitive, en fin de compte, somme toute und tout compte fait zu den vollständig fixierten Ausdrücken, die meistens in eige­nen Wörterbucheinträgen aufgeführt werden. Nur tout bien considéré ist nicht normativ fixiert (vgl. Hossbach 1995: 213).

 

Im syntaktischen Modul werden bei Hossbach sowohl die syntaktische Distribution der Indikatoren als auch Eigenschaften der Konstituenten p und q untersucht. Diese Untersuchung kann somit als ein erster Schritt in Hinsicht auf eine nähere Bestimmung der von den Indikatoren in bezug gesetzten Einheiten betrachtet werden. Da es im syntaktischen Modul allerdings nur um Eigenschaften geht, die an der Diskursoberfläche sicht­bar sind, die Analyse der Tiefenstruktur des Diskurses jedoch, die für die Bestimmung der häufig implizit bleibenden Einheit p notwendig ist, sich auf die diskursiven Module beschränkt, wird p erst im folgenden Kapitel näher untersucht. Die Bestimmung des Umfangs der Einheit q bildet den Anfang der Analyse im syntaktischen Modul, anschließend erfolgt die distributionelle Analyse, bei der Eigenschaften reformulativer Indikatoren aufgedeckt werden, die teilweise durch die anschließende Bestimmung in den diskursiven Modulen erklärt werden können.

Die Reformulierungseinheit q kann bei Reformulierungen mit après tout den Umfang von Nullgrößen, d.h. vollständig impliziten Einheiten (Beispiel (38)) über einzelne Wörter oder Syntagmen (Beispiel (25)) bis hin zu vollständigen oder komplexen Sätzen (Beispiel (10)) haben:

(38)          Mais qu'on songe plutôt à tant d'écrivains qui, mécontents du morceau qu'ils viennent d'écrire, s'ils lisent un éloge du génie de Chateaubriand ou évoquent tel grand artiste dont ils ont souhaité d'être l'égal, fredonnant par exemple en eux-mêmes telle phrase de Beethoven de laquelle ils com­parent la tristesse à celle qu'ils ont voulu mettre dans leur prose, se remplissent tellement de cette idée de génie qu'ils l'ajoutent à leurs propres productions en repensant à elles, ne les voient plus telles qu'elles leur étaient apparues d'abord, et risquant un acte de foi dans la valeur de leur œuvre se disent: "après tout!" sans se rendre compte que, dans le total qui détermine leur satisfaction finale, ils font entrer le souvenir de merveilleuses pages de Chateaubriand qu'ils assimilent aux leurs, [...].

                  (Proust, M.: La Recherche: A l'ombre des jeunes filles en fleurs, p. 481)

(25)          On devine que le but du prêteur n'était pas seulement de tirer un profit quelconque d'une affaire, fort minime après tout (finalement/somme toute/tout compte fait etc.) pour lui, mais d'entrer en relations avec le jeune comte, dont il connaissait l'immense fortune à venir.

                  (Vgl. S. 85)

(10)          Les généraux, les ministres, les artistes sont tous plus ou moins portés vers la dissolution par le besoin d'opposer de violentes distractions à leur existence, si fort en dehors de la vie commune. Après tout (somme toute/finalement/tout bien considéré etc.), la guerre est la débauche du sang, comme la politique est celle des intérêts.

                  (Vgl. S. 61)

Die angedeutete Substitution durch die Entsprechungen[6] in den Beispie­len (10) und (25) zeigt, daß die Einheit q auch bei Reformulierungen mit anderen Indikatoren eine nicht-satzwertige Einheit oder ein Satz sein kann. Für q als Nullgröße gilt dies jedoch nicht. Nach Hossbach (1995: 218) kann die Reformulierungseinheit q überhaupt nur bei korrektiven oder der Korrektur nahestehenden Verfahren implizit bleiben, weshalb die Autorin den absoluten Gebrauch eines Indikators, bei dem die Einheit q eine Null­größe ist, von den hier miteinbezogenen Indikatoren auf enfin be­schränkt:[7]

(39)          Ce steak est trop cuit, enfin ...

                  (Konstruiertes Beispiel. Hossbach: 219)

In (39) kann enfin tatsächlich nicht durch andere reformulative Indikato­ren, auch nicht durch après tout ersetzt werden:

(39')         * Ce steak est trop cuit, après tout/tout bien considéré/ finalement ...

Beispiel (38) ist jedoch ein Beweis dafür, daß sich der absolute Gebrauch nicht auf enfin beschränkt, daß auch bei einem Gebrauch von après tout die Einheit q implizit bleiben kann, obwohl der Indikator nicht korrektiv gebraucht wird. In Beispiel (38) kann après tout aber nicht durch enfin ersetzt werden:

(38')         * Mais qu'on songe plutôt à tant d'écrivains qui, mécontents du morceau qu'ils viennent d'écrire, s'ils lisent un éloge du génie de Chateaubriand ou évoquent tel grand artiste dont ils ont souhaité d'être l'égal, fredonnant par exemple en eux-mêmes telle phrase de Beethoven de laquelle ils comparent la tristesse à celle qu'ils ont voulu mettre dans leur prose, se remplissent tellement de cette idée de génie qu'ils l'ajoutent à leurs propres productions en repensant à elles, ne les voient plus telles qu'elles leur étaient apparues d'abord, et risquant un acte de foi dans la valeur de leur œuvre se disent: "enfin!" sans se rendre compte que, dans le total qui détermine leur satisfaction finale, ils font entrer le souvenir de merveilleuses pages de Chateaubriand qu'ils assimilent aux leurs, [...].

Après tout kann somit zwar einerseits aufgrund der Tatsache, daß es abso­lut gebraucht werden kann, enfin angenähert werden, andererseits jedoch unterscheidet es sich von enfin durch die Art des absoluten Gebrauchs. Ich werde im zweiten Teil der Arbeit auf Beispiel (38) zurückkommen und versuchen zu erklären, warum après tout in diesem Fall nicht durch enfin ersetzt werden kann. Die Tatsache, daß q implizit bleiben kann, bedeutet, daß die Äußerung des Indikators ausreicht, um p unterzuordnen (um die Reformulierungshandlung zu vollziehen). Die Reformulierung ist somit an die Artikulierung des Indikators und nicht an die Äußerung der Einheit q gebunden.

 

Als weiterer struktureller Aspekt bei Reformulierungen kann die syntakti­sche Distribution der reformulativen Indikatoren genannt werden. Dabei kann sowohl die Position reformulativer Indikatoren im Satz als auch ihre Distribution in der Interaktionsstruktur untersucht werden. In beiden Fäl­len sind die syntaktischen Eigenschaften eng mit den diskursiven Eigen­schaften verbunden.

Après tout ist wie alle nicht-paraphrastischen reformulativen Indikatoren flexibel und kann in drei verschiedenen Satzpositionen: Anfangsposition (10), Mittelposition (1) und Endposition (29) vorkommen (vgl. auch Kapitel 2.1.2.5):

(10)          Les généraux, les ministres, les artistes sont tous plus ou moins portés vers la dissolution par le besoin d'opposer de violentes distractions à leur existence, si fort en dehors de la vie commune. Après tout (somme toute/finalement etc.), la guerre est la débauche du sang, comme la politique est celle des intérêts.

                  (Vgl. S. 61)

(1)            Tout le bonheur de sa vie dépendait de la probité de Leuwen. Elle lui trouvait des manières charmantes, elle connaissait son esprit; mais sentait-il tout ce qu'il exprimait ou joignait-il à ses autres qualités celle de comédien habile?

                  "Il est jeune, il est riche, il porte un uniforme brillant, il vient de Paris, ne serait-ce après tout (somme toute/ finalement etc.) qu'un fat? Tout le monde le dit à Nancy."

                  (Vgl.  S. 8)

(29)          - Comment sais-tu le nom de mon banquier?

                  - Pourquoi as-tu dicté ta correspondance devant moi?

                  - Qu'importe, après tout (somme toute/finalement etc.)? Ils ne peuvent pas me voler; ...

                  (Vgl. S. 87)

Hossbach (1995: 224) geht in Anlehnung an Rubattel (1987) davon aus, daß alle nicht-paraphrastischen reformulativen Konnektoren sowohl eine äußerungsmodalisierende als auch eine konnektierende Funktion haben. Desweiteren nimmt sie an, daß beide Funktionen schon durch die semanti­schen Eigenschaften der Ausdrücke in der Langue unterschiedlich ausge­prägt sind und daß in der Parole diese Funktionen durch die Position der Indikatoren im Satz verschieden gewichtet werden, ohne daß dabei jedoch eine dieser beiden Funktionen ganz verloren geht:

Vielmehr wird vermutet, daß mit einer syntaktischen Verschiebung in Richtung der Äußerungsmitte eine partielle Resemantisierung der Ausdrücke und eine funktionale Modifizierung stattfindet. In Mittel­position tritt die konnektierende zugunsten der modalisierenden Funktion in den Hintergrund (Hossbach 1995: 224).

Mit zunehmender Verschiebung Richtung Äußerungsmitte, also mit zu­nehmender äußerungsmodalisierender Funktion, nehmen die Indikatoren nach Hossbach Bezug auf im diskursiven Gedächtnis gespeicherte Einhei­ten p. Durch diese Annahme kann die Autorin zum einen erklären, warum paraphrastische reformulative Konnektoren nur in Anfangsposition vor­kommen können: Sie nehmen nie auf implizite Einheiten Bezug und haben eine geringe äußerungsmodalisierende und eine stark ausgeprägte konnek­tierende Funktion. Zum anderen vermutet Hossbach (1995: 228) im An­schluß an eine quantitative Analyse der Distribution nicht-paraphrastischer reformulativer Indikatoren, daß einige Ausdrücke (hier insbesondere après tout und en définitive) häufiger auf implizite Einheiten Bezug nehmen, weil sie häufiger in Mittel- und Endposition vorkommen.[8] Diese Indikatoren haben nach Ansicht der Autorin somit eine stärkere äußerungsmodalisie­rende und eine schwächere konnektierende Funktion als andere Aus­drücke. Die Bezugnahme auf implizite Einheiten wird anschließend in den diskursiven Modulen (vor allem im relationellen und im enonciativen Mo­dul) näher bestimmt.

Die Hypothese Hossbachs läßt darauf schließen, daß die Autorin sich bei der konnektierenden Funktion ausschließlich auf eine Verbindung zwi­schen der Reformulierungseinheit q und einer zuvor explizierten Bezugseinheit p bezieht. Dadurch läßt sich begründen, daß sie die konnektierende und die äußerungsmodalisierende Funktion streng auseinanderhält. Ich werde auf diese Ansicht im zweiten Teil der Arbeit zurückkommen, um ihr eine andere Auffassung, nach der die modalisierende von der konnektie­renden Funktion abhängt, entgegenzuhalten.

 

Bei einer Untersuchung der Distribution reformulativer Indikatoren in der Interaktionsstruktur eines Diskurses, bei der neben dem syntaktischen Modul auch das interaktionelle Modul eine große Rolle spielt, kann fest­gestellt werden, daß alle nicht-paraphrastischen reformulativen Indikatoren sowohl in monologalen (Beispiel (10)) als auch in dialogalen Diskursen (Beispiel (3)) vorkommen können, also sowohl Selbst- als auch Fremdre­formulierungen markieren. Da es sich immer um eine Verbindung inner­halb von Gesprächszügen handelt, ist der Diskurs in jedem Fall monolo­gisch.

(10)          Les généraux, les ministres, les artistes sont tous plus ou moins portés vers la dissolution par le besoin d'opposer de violentes distractions à leur existence, si fort en dehors de la vie commune. Après tout (finalement/somme toute etc.), la guerre est la débauche du sang, comme la politique est celle des intérêts.

(3)            Guillaume et Landry, travaillant.

                  G.: Il me semble que Fortunio n'est pas resté longtemps à l'étude.

                  L.: Il y a gala ce soir à la maison , et maître André l'a invité.

                  G.: Oui; de façon que l'ouvrage nous reste. J'ai la main droite paralysée.

                  L.: Il n'est pourtant que troisième clerc; on aurait pu nous inviter aussi.

                  G.: Après tout (finalement/somme toute, etc.), c'est un bon garçon; il n'y a pas grand mal à cela.

                  (Vgl.  S. 21)

In (10) liegt eine Selbstreformulierung vor: Der Sprecher knüpft an eine zuvor von ihm selbst geäußerte Konstituente an und ordnet sie unter. (3) ist ein Beispiel für eine Fremdreformulierung: Guillaume ordnet durch den Gebrauch von après tout nachträglich einen in der zuvor erfolgten Äuße­rung von Landry enthaltenen Standpunkt unter.

Ein besonderer Gebrauch reformulativer Indikatoren, der sich allerdings auf den schriftlichen Diskurs beschränkt, ist der relative Gebrauch zwi­schen Absätzen, d.h. der Gebrauch zwischen komplexen Abschnitten unterschiedlicher Sprecher und Struktur:

(40)          Quand tout fut fini au cimetière, Charles rentra chez lui. Il ne trouva personne en bas; il monta au premier, dans la chambre, vit sa robe encore accrochée au pied de l'alcôve; alors, s'appuyant contre le secrétaire, il resta jusqu'au soir perdu dans une rêverie douloureuse. Elle l'avait aimé, après tout.

                  (Flaubert, G.: Madame Bovary t.1., 1857, p. 20)

 Der Indikator markiert beim relativen Gebrauch zwischen Absätzen nicht nur die Grenze zwischen p und q, sondern auch den Wechsel zu einer anderen Erzählperspektive. Die Einheit p entspricht in (40) der Stimme des Erzählers, während q in der freien indirekten Rede die Gedanken der Figur (Charles) wiedergibt. Après tout markiert den Wechsel in der Rede, der ohne Indikator nicht als solcher verstanden wird. Nach Hossbach (1995: 234) haben die Indikatoren in dieser Verwendung eine starke strukturie­rende oder kommentarmarkierende Funktion. Prinzipiell hält die Autorin alle reformulativen Indikatoren für den relativen Gebrauch zwischen Ab­sätzen für geeignet. Après tout wird in dieser Funktion besonders häufig, die anderen reformulativen Entsprechungen von après tout eher selten gebraucht. In (40) beispielsweise kann après tout durch keine seiner Entsprechungen ersetzt werden. Worauf dies zurückzuführen ist, wird in Teil II noch zu untersuchen sein.

 

In diesem Kapitel wurden innerhalb der linguistischen Module die semanti­schen und strukturellen Eigenschaften von après tout und seinen reformu­lativen Entsprechungen erörtert. Abgesehen von den primären semanti­schen Eigenschaften [+Gesamtheit] und [+Angabe der zeitlichen Dimen­sion], von denen après tout jeweils eine mit seinen Entsprechungen teilt, können als besondere Eigenschaft des Indikators zum einen die Möglich­keit des absoluten Gebrauchs, zum anderen ein häufiger relativer Gebrauch zwischen Absätzen, der auf stark ausgeprägte strukturelle und kommen­tarmarkierende Funktionen des Indikators hinweist, festgehalten werden. In den Untersuchungen im syntaktischen Modul ging es überwiegend um Eigenschaften, die an der Diskursoberfläche erkannt werden können. Im folgenden soll untersucht werden, wie beim Gebrauch reformulativer Indi­katoren die Tiefenstruktur des Diskurses gestaltet ist. Die sich an der Oberflächenstruktur manifestierenden Eigenschaften können dabei teil­weise erklärt werden.

3.3            Zur Bezugnahme

Bei einer Untersuchung innerhalb der diskursiven Module steht das rela­tionelle Modul im Mittelpunkt, da alle interaktiven Indikatoren Beziehun­gen zwischen Konstituenten im Diskurs markieren. Es geht dabei zunächst um die Frage, ob après tout Beziehungen zwischen Diskurskonstituenten herstellt oder nur bereits vorhandene Beziehungen markiert. Nach Hoss­bach (1995: 236) können im Anschluß an die Hypothesen des "Genfer Modells" argumentative und paraphrastische reformulative Indikatoren in einigen Verwendungen supprimiert werden, ohne daß dabei die interaktive Funktion der Konstituenten sich verändert. Nicht-paraphrastische reformu­lative Indikatoren hingegen können nicht weggelassen werden, ohne daß dabei die Konstituenten ihre reformulative Funktion verlieren (vgl. auch Kapitel 2.1.2.2, Beispiel (6)). Nach dieser Hypothese sind argumentative und paraphrastische Indikatoren relationsmarkierend, nicht-paraphrasti­sche reformulative Indikatoren hingegen relationsetablierend.

Nun wird aber après tout, wie in Kapitel 2 gezeigt wurde, in einigen Bestimmungen als argumentativer Indikator, in anderen Bestimmungen wiederum als reformulativer Indikator verstanden. Tatsächlich kann es - rein syntaktisch betrachtet - in den meisten Vorkommen supprimiert wer­den. Dies heißt jedoch nicht zwangsläufig, daß es sich um einen argumen­tativen Indikator handelt. Aber je nachdem, ob après tout als reformulati­ver oder als argumentativer Indikator betrachtet wird, kann eine Äußerung anders interpretiert werden, was bereits in Kapitel 2.4 an Beispiel (10) veranschaulicht wurde. Dies gilt ebenfalls für die Entsprechungen von après tout. (41) ist ein weiteres Beispiel, an dem die Eigenschaften der Relationsmarkierung als argumentativer Indikator und der Relationsher­stellung als reformulativer Indikator anschaulich erläutert werden können:

(41)          Aussi, donnerais-je tous les discours prononcés à la tribune depuis quarante ans pour une truite, pour un conte de Perrault ou une croquade de Charlet.

                  - Vous avez bien raison! ... passez-moi des asperges ... car, après tout (finalement/tout bien considéré etc.), la liberté enfante l'anarchie, l'anarchie conduit au despotisme, et le despotisme ramène à la liberté.

                  (Balzac, H. de: La Peau de chagrin, 1831, p. 55)

Als argumentativer Indikator würde après tout eine schon bestehende, ebenfalls durch car markierte argumentative interaktive Funktion der Konstituente q (la liberté...) bekräftigen. Eine Bestimmung als reformula­tiver Indikator hingegen bedeutet, daß dem Hörer angewiesen wird, q als Reformulierung einer implizit bleibenden, durch car eingeleiteten Konsti­tuente zu betrachten. Après tout stellt dann die Beziehung her, da erst durch die Äußerung des Indikators auf die Existenz einer impliziten Kon­stituente p verwiesen wird.

Unter Hinzunahme des periodischen Moduls erklärt Hossbach (1995: 238f.), warum reformulative Indikatoren die Relation etablieren und dem­zufolge nicht supprimierbar sind: Sie markieren die Diskursdynamik in Form eines Redewiederaufnahmeverfahrens und indizieren eine Umkehr der Orientierung. Eine Abkehr von der progressiven linearen Diskursent­wicklung muß jedoch sprachlich indiziert werden. Deswegen sind nach Ansicht der Autorin reformulative Indikatoren immer rückwärtsorien­tiert, indem sie sich auf p beziehen, und argumentative Indikatoren immer vorwärtsorientiert, indem sie sich auf q beziehen. Anders ausgedrückt stehen p und q bei Reformulierungen in einem paradigmatischen Verhältnis zueinander; es sind zwei potentiell an derselben Stelle im Diskurs stehende Einheiten, während bei Argumentationen p und q syntagmatisch aufeinan­derfolgende Akte sind. Für die Bestimmung von après tout bedeutet diese Annahme, daß der Ausdruck als reformulativer Indikator stärker rück­wärts- und als argumentativer Indikator stärker vorwärtsbezogen wäre. Anhand der Beispiele (10) (vgl. Kapitel 2) und (41) wurde gezeigt, daß prinzipiell beide Auffassungen möglich wären. In jedem Fall verweist der Indikator immer auf beide Einheiten. Für die vorliegende modulare Be­stimmung von après tout wird in Anlehnung an Hossbach (1995) weiterhin davon ausgegangen, daß après tout die Eigenschaften eines reformulativen Indikators hat.

 

Während im syntaktischen Modul lediglich der Umfang von q bestimmt wurde, kann durch eine Analyse im relationellen und im enonciativen Mo­dul die reformulierte Einheit p näher bestimmt werden. Wie bereits er­wähnt wurde, können sich reformulative Indikatoren auf explizite oder implizite Einheiten beziehen, die im diskursiven Gedächtnis gespeicherter Information entsprechen (vgl. Kapitel 2.1.2). Die Bezugnahme auf p wird von Hossbach (1995: 263) erneut aufgegriffen und systematisiert, indem sie drei Arten der Bezugnahme unterscheidet:

1) Bezugnahme auf rein explizite Einheiten p,

2) Bezugnahme auf explizite und implizite Einheiten p,

3) Bezugnahme auf rein implizite Einheiten p.

Die Bezugnahme auf rein explizite Einheiten beschränkt sich nach Hossbach auf paraphrastische reformulative und korrektive Indikatoren und wird somit als ein unterscheidendes Merkmal zwischen paraphrasti­schen und nicht-paraphrastischen reformulativen Indikatoren betrachtet.

(9)            C: mais euh justement PLUS les/années passent Plus vous/avez l'impression QUE vous allez vers ce que vous cherchiez depuis si longtemps c'est-à-dire l'iNconnu du savoir euh et peut-être vers une forme de sagesse<

                  (Vgl. S. 59)

Die Konstituente q (l'inconnu du savoir ... sagesse) bezieht sich in (9) aus­schließlich auf die zuvor explizit geäußerte Konstituente p (ce que vous ... longtemps).

Nicht-paraphrastische reformulative Indikatoren hingegen markieren nach Ansicht der Autorin entweder eine Bezugnahme auf explizite und implizite Einheiten oder eine Bezugnahme auf rein implizite Einhei­ten. Diese Annahme hängt damit zusammen, daß Hossbach (1995: 217) in Anlehnung an Roulet (1993) davon ausgeht, daß bei Reformulierungen q mindestens einen Diskursakt und p mindestens zwei Diskursakte p1 und p2 enthalten muß.[9] Auf dieser Hypothese basiert unter anderem die An­nahme Hossbachs, daß alle reformulativen Indikatoren - zumindest als sekundäre Eigenschaft - die Markierung einer Reduzierung aufweisen. Diese muß sich jedoch nicht unbedingt an der Diskursoberfläche äußern, da die Einheiten sowohl explizit als auch implizit sein können. Die Autorin nimmt an, daß nicht-paraphrastische reformulative Indikatoren immer auch auf implizite Einheiten p des diskursiven Gedächtnisses verweisen:

Paraphrastische und korrektive Indikatoren bzw. polyfunktionale Indikatoren in der entsprechenden Funktionsvariante nehmen nie Bezug auf implizite Einheiten des diskursiven Gedächtnisses, wäh­rend nicht-paraphrastische Indikatoren immer auch eine Relation zu impliziten Einheiten des diskursiven Gedächtnisses herstellen (Hossbach 1995: 259).

Die Hypothese Hossbachs, daß reformulative Indikatoren nie an rein ex­plizite Konstituenten anknüpfen, läßt sich an Beispiel (10), in dem après tout durch alle Entsprechungen ersetzt werden kann, bestätigen:

(10)          Les généraux, les ministres, les artistes sont tous plus ou moins portés vers la dissolution par le besoin d'opposer de violentes distractions à leur existence, si fort en dehors de la vie commune. Après tout (finalement/tout bien consi­déré etc.), la guerre est la débauche du sang, comme la po­litique est celle des intérêts.

                  (Vgl. S. 61)

Après tout bezieht sich in (10) zunächst auf die zuvor explizit geäußerte Konstituente (Les généraux ... commune). Aber durch den Gebrauch eines reformulativen Indikators signalisiert der Sprecher, daß er mehr als nur den in der expliziten Konstituente enthaltenen Gesichtspunkt in Betracht gezogen hat, um dadurch den in q enthaltenen, deutlich verallgemeinern­den Standpunkt (la guerre est la débauche ...) zu rechtfertigen. Der refor­mulative Indikator autorisiert in (10) durch den Verweis auf implizite Ein­heiten die Identifizierung des Sprechers mit der in q enthaltenen Verallge­meinerung.

 

Ausgehend von der Annahme, daß reformulative Indikatoren immer auch auf implizite Einheiten Bezug nehmen, stellt sich die Frage, wie groß die Reichweite des jeweiligen Indikators bzw. der jeweilige Bezugsbereich von p ist. Nach Hossbach (1995: 248) haben alle hier analysierten Indika­toren eine hohe Reichweite. Diese ist bei après tout, tout bien considéré, tout compte fait durch deren semantisch-morphologische Eigenschaften (die Gesamtheitsmarkierung) maximal und bei en fin de compte, en défini­tive, enfin, finalement zwar groß, jedoch weniger spezifiziert. Die hohe Reichweite unterscheidet die nicht-paraphrastischen reformulativen Indika­toren von den argumentativen Indikatoren, die, ebenso wie auch die nicht-paraphrastischen reformulativen Indikatoren, einen kleinen Bezugsbereich haben, weil sie sich nur auf explizite Konstituenten beziehen.

Ein Bezug reformulativer Indikatoren auf rein implizite Einheiten liegt nach Hossbach (1995: 262) entweder dann vor, wenn der reformulative Indikator eingebettet ist in von argumentativen Indikatoren eingeleiteten Konstituenten (Beispiel (41)), wenn der Indikator einen Gesprächszug einleitet (Beispiel (42)) oder wenn der Indikator in Mittelposition vor­kommt, d.h., wenn er äußerungsmodalisierend verwendet wird (Beispiel (25)):

(41)          Aussi, donnerais-je tous les discours prononcés à la tribune depuis quarante ans pour une truite, pour un conte de Perrault ou une croquade de Charlet.

                  - Vous avez bien raison! ... passez-moi des asperges ... car, après tout (finalement/tout bien considéré etc.), la liberté enfante l'anarchie, l'anarchie conduit au despotisme, et le despotisme ramène à la liberté.

                  (Vgl. S. 122)

(42)          Le chef de bureau enveloppa d'un regard le cheval mort et le tilbury à demi renversé.

                  - Après tout, dit-il, c'était une rosse de cent écus, et le mal n'est pas grand.

                  (Ponson du Terrail: Rocambole, t.1, 1859, p. 435)

(25)          On devine que le but du prêteur n'était pas seulement de tirer un profit quelconque d'une affaire, fort minime après tout (somme toute/finalement etc.) pour lui, mais d'entrer en relations avec le jeune comte, dont il connaissait l'im­mense fortune à venir.

                  (Vgl. S. 85)

 

Bei der Relationsmarkierung indiziert der Indikator aus relationeller, enonciativer und informationeller Sicht stets eine gewisse Ausrichtung oder Orientierung der reformulierten Einheiten p(1-n) zueinander bzw. in Hinsicht auf q. Die Konzeption des "Genfer Modells" der positiven oder negativen Polaritätsmarkierung (vgl. Kapitel 2.4.1) bleibt auch für refor­mulative Indikatoren gültig, wird jedoch begrifflich abgeändert. Hossbach (1995: 241ff.) unterscheidet bezüglich der Ausrichtung (in Anlehnung an Rossari 1994a) Homogenität, Homogenisierung und Heterogenität von p und q. Die Art der Relation ist durch Form und Eigenschaften der Konsti­tuenten vorgegeben. Die reformulativen Indikatoren können dabei teil­weise voneinander unterschieden werden. Homogenitätsmarker sind nach Hossbach (1995: 242) "alle reformulativen Indikatoren, die in Äußerungsfolgen p q gebraucht werden können, bei denen p dieselbe inhaltliche, argumentative etc. Richtung aufweist wie q." Reine Homogenitätsmarker sind nur c'est-à-dire (vgl. Beispiel (9)) und au total, also keine der Ent­sprechungen von après tout. Homogenisierungsmarker indizieren Ho­mogenität zwischen p und q, ohne daß diese jedoch durch Form oder Ei­genschaften der Konstituenten vorgegeben sein muß. Heterogenitäts­marker kennzeichnen, daß wenigstens ein Element in p(1-n) nicht mit der Ausrichtung von q vereinbar ist. Hossbach unterscheidet vier Gruppen: reine Homogenitätsmarker,  Homogenitäts- und Homogenisierungsmarker, Homogenisierungs- und Heterogenitätsmarker sowie reine Heterogeni­tätsmarker. Après tout und alle in diese Untersuchung miteinbezogenen Entsprechungen außer enfin, das als reiner Heterogenitätsmarker betrach­tet wird, werden der Gruppe der Homogenisierungs- und Heterogenitätsmarker zugeordnet, was bedeutet, daß diese Ausdrücke in manchen Vor­kommen die Homogenisierung von p und q, in anderen Vorkommen wie­derum die Heterogenität zwischen p und q indizieren. Dies läßt sich zu­nächst an folgenden Beispielen veranschaulichen:

(10)          Les généraux, les ministres, les artistes sont tous plus ou moins portés vers la dissolution par le besoin d'opposer de violentes distractions à leur existence, si fort en dehors de la vie commune. Après tout (finalement/tout bien consi­déré etc.), la guerre est la débauche du sang, comme la po­litique est celle des intérêts.

                  (Vgl. S. 61)

(15)          Qu'est-ce que vous me disiez tout à l'heure? Photiti l'aime! La malheureuse! Je l'avais élevée pour devenir la femme d'un roi. J'aimerais mieux la voir morte que ... non, je suis bien aise, après tout (finalement/somme toute etc.), qu'elle ait de l'amour pour ce jeune homme.

                  (Vgl. S. 66)

In (10) liegt offensichtlich auf der Diskursoberfläche argumentative Gleichgerichtetheit vor, und die formal unterschiedlichen Konstituenten p und q werden durch den Gebrauch des Indikators homogenisiert. In (15) hingegen enthalten p und q argumentativ gegensätzliche Standpunkte; der Indikator markiert eine Heterogenität.

 

Die Bestimmung von après tout als Homogenisierungs- und Heterogeni­tätsmarker trifft für après tout zweifellos dann zu, wenn die Polaritäts­markierung der explizit geäußerten Konstituenten betrachtet wird. Wenn ebenfalls die impliziten Einheiten in p miteinbezogen werden, kann jedoch vermutet werden, daß après tout immer eine gewisse Heterogenität mar­kiert, wie es in einigen Bestimmungen (z.B. bei Roulet, Riegel, De Spengler, Franckel) angenommen wird. In Beispiel (10) würde dies (bei gleichzeitiger Homogenisierungsmarkierung auf der Diskursoberfläche) die Existenz entgegengesetzter impliziter Standpunkte in p bedeuten, die ge­rade durch die Verwendung des Indikators markiert wird. Der Zuteilung von après tout zur Gruppe der Homogenisierungs- und Homogenitäts­marker kann somit nur teilweise - bezüglich der Ausrichtung der Konstitu­enten p und q auf der Diskursoberfläche - zugestimmt werden. Wenn im­plizite Einheiten p, auf die sich die nicht-paraphrastischen reformulativen Indikatoren nach Hossbach immer beziehen, miteinbezogen werden, mar­kiert après tout jedoch eine Heterogenität.

 

Die die Ausrichtung der Konstituenten betreffenden Eigenschaften refor­mulativer Indikatoren werden von Hossbach unter Hinzunahme des enon­ciativen Moduls mit der Ebene der Bezugnahme in Verbindung gebracht, d.h. mit der Frage, auf welchen Teilakt des Sprechaktes p sich die Indika­toren beziehen. Während sich Homogenitäts- und Homogenisierungs­marker ausschließlich auf den propositionalen Gehalt von p beziehen, können nach Hossbach insbesondere der als reiner Heterogenitätsmarker bezeichnete Indikator enfin, teilweise aber auch die Homogenisierungs- und Heterogenitätsmarker sich gleichermaßen auf Proposition (Beispiel (10)), Illokution und Äußerung (Beispiel (2)) des Aktes p beziehen:

(2)            Vous vous rappelez bien qu'ils ont essayé de débaucher votre mari ... et les cartouches que je les vois fabriquer de ma fenêtre, est-ce des bêtises?... après tout (enfin), je vous dis ça dans votre intérêt.

                  (Vgl. S. 9)

In (2) bezieht sich après tout auf die Äußerung, d.h. auf die Tatsache, warum p überhaupt geäußert wird. Dabei kann der Indikator ausschließlich durch enfin substituiert werden. In Teil II der vorliegenden Arbeit werde ich Beispiel (2) nochmals aufgreifen, wobei die ausschließliche Substitu­tion durch enfin begründet werden soll.

Für einen Illokutionsbezug konnte kein eindeutiges Beispiel gefunden werden. Dafür aber kann zu den Beobachtungen Hossbachs hinzugefügt werden, daß sich reformulative Indikatoren auch häufig gar nicht auf eine Äußerung, sondern auf ein Ereignis beziehen. Dies ist beispielsweise in (29) der Fall:

(29)          - Leur rançon te coûtera quatre-vingt mille francs, entends-tu? Quatre-vingt mille francs hors de ta poche!

                  - Ne dites donc pas de ces choses-là! On croirait que les coups de bâton vous ont frappé sur la tête.

                  - Je dis ce qui est. Te rappelles-tu le nom de tes pri­sonnières?

                  - Non, mais je l'ai par écrit.

                  - Je veux aider ta mémoire. La dame s'appelait Mme Simons.

                  - Eh bien?

                  - Associée de la maison Barley de Londres.

                  - Mon banquier?

                  - Précisément.

                  - Comment sais-tu le nom de mon banquier?

                  - Pourquoi as-tu dicté ta correspondance devant moi?

                  - Qu'importe, après tout (finalement/somme toute etc.)? Ils ne peuvent pas me voler; ...

                  (Vgl. S. 87)

Auch wenn bei einem kleineren Textauszug zunächst vermutet werden könnte, daß après tout in Beispiel (29) die Illokution (Frage) der zuvor erfolgten Äußerungen unterordnet, bezieht sich der Indikator weder auf die Illokution noch auf die Proposition dieser Äußerungen, sondern auf die Situation, die Tatsache, daß Mme Simons (eine der ehemaligen Gefange­nen des Sprechers) dessen gegenwärtiger Bankier ist (näheres vgl. Kapitel 6.3.3).

 

Eine übergeordnete Eigenschaft aller reformulativer Indikatoren, die somit nicht zur Unterscheidung der Ausdrücke innerhalb dieser Klasse geeignet ist, ist nach Hossbach (1995: 249) in Anlehnung an Kotschi (1990) die Polyphoniemarkierung. Hossbach geht davon aus, daß p und q in Re­formulierungen unabhängig von der Zahl der Sprecher (locuteurs) ver­schiedene Autoren (énonciateurs) haben, weil die reformulativen Indikato­ren markieren, daß in ihnen verschiedene Perspektiven zum Ausdruck gebracht werden. Da bei einer Reformulierung q hierarchisch höher steht als p und der Sprecher eine Präferenz zugunsten q zum Ausdruck bringt, ist davon auszugehen, daß er sich mit dem in q enthaltenen Standpunkt identifiziert. Fraglich ist dann, wem die in p enthaltenen Standpunkte zuzu­schreiben sind. In Anlehnung an Gülich/Kotschi (1986-1987), Rossari (1994), Kotschi (1990), Gülich (1988) und Egner (1988) unternimmt Hossbach den Versuch einer Systematisierung. Auf einer ersten Ebene unterscheidet sie Selbstreformulierungen von Fremdreformulierungen. Selbstreformulierungen sind zwar monologal, aber immer polyphon. Dies  kann an den Beispielen (10) und (43) verdeutlicht werden:

(43)          Quelle est cette île triste et noire? - C'est Cythère, nous dit-on, un pays fameux dans les chansons, Eldorado banal de tous les vieux garçons. Regardez, après tout (finalement/ tout bien considéré etc.), c'est une pauvre terre.

                  (Baudelaire, Ch.: Les Fleurs du Mal, 1861, p. 140)

(10)          Les généraux, les ministres, les artistes sont tous plus ou moins portés vers la dissolution par le besoin d'opposer de violentes distractions à leur existence, si fort en dehors de la vie commune. Après tout (finalement/tout bien consi­déré etc.), la guerre est la débauche du sang, comme la po­litique est celle des intérêts.

                  (Vgl. S. 61)

In (43) ist die Polyphonie im monologalen Diskurs eindeutig, sie ist sogar schon unabhängig vom Gebrauch des Indikators durch das in p enthaltene Syntagma nous dit-on erkennbar. In (10) hingegen geht die Polyphonie nicht eindeutig aus der Diskursoberfläche hervor: Der oder die für die Äußerung von p Verantwortliche(n) kann/können nicht näher identifiziert werden.

Fremdreformulierungen, die dialogal und polyphon sind, werden unter­schieden in:

1) diaphone Fremdreformulierungen, bei denen p die Stimme des Gesprächspartners enthält,

2) Kollektivreformulierungen, die meistens längere Sequenzen p(1-n) enthal­ten und bei denen mehrere Autoren für p verantwortlich gemacht wer­den können,

3) Zitierungen, bei denen p eine in der Interaktion nicht anwesende Stimme beinhaltet.

(3)            Guillaume et Landry, travaillant.

                  G.: Il me semble que Fortunio n'est pas resté longtemps à l'étude.

                  L.: Il y a gala ce soir à la maison, et maître André l'a invité.

                  G.: Oui; de façon que l'ouvrage nous reste. J'ai la main droite paralysée.

                  L.: Il n'est pourtant que troisième clerc; on aurait pu nous inviter aussi.

                  G.: Après tout (finalement/somme toute etc.), c'est un bon garçon; il n'y a pas grand mal à cela.

                  (Vgl. S. 21)

(11)          - Et M. De Blancet?

                  - Ce qu'il y a de bien singulier, c'est que votre maîtresse ne veut pas le voir.

                  - Je le crois pardieu bien, dit Anne-Marie, après un tel cadeau!

                  - Après tout (tout bien considéré/somme toute etc.), peut-être l'enfant n'est pas de lui.

                  (Vgl. S. 62)

Bei (3) handelt es sich um eine diaphone Fremdreformulierung: Guillaume ordnet durch den Gebrauch von après tout den zuvor von Lan­dry geäußerten Standpunkt unter. Allgemein werden diaphone Fremdre­formulierungen häufig polemisch gebraucht. (11) ist ein Beispiel für eine Kollektivreformulierung. Après tout ordnet hier eine allgemein für selbstverständlich gehaltene Meinung unter. Eine Zitierung liegt in (43) vor, allerdings handelt es sich nicht um eine Fremdreformulierung, sondern um eine Selbstreformulierung.

Nach Hossbach ist die Polyphoniemarkierung eine Eigenschaft, die alle reformulativen Indikatoren in jedem Vorkommen haben. Bei genauer Be­trachtung einiger Vorkommen hingegen ist zu bemerken, daß die Poly­phoniemarkierung sich nicht immer auf das Prinzip, daß der Sprecher für den in q geäußerten Standpunkt verantwortlich ist, fixieren läßt:

(20)          Ce que mon luxe n'a pu faire, ma misère le fera-t-elle? Peut-être, après tout, suis-je laide, et Nofré est-elle une flatteuse lorsqu'elle prétend que, de la source inconnue du Nil jusqu'à l'endroit où il se jette dans la mer, il n'y a pas de plus belle fille que sa maîtresse ... non, je suis belle: les yeux ardents des hommes me l'ont dit mille fois, [...].

                  (Vgl.  S. 75)

Die Konstituente q (peut-être suis-je laide), der zunächst eine andere Konstituente p untergeordnet wird, reflektiert in (20) nicht die Stimme der Sprecherin. In diesem Beispiel kann die durch den Indikator eingeführte Sichtweise nicht als die entscheidende Ansicht der Sprecherin über den Diskursgegenstand betrachtet werden, die für den weiteren Diskursverlauf beibehalten werden soll. Die Sprecherin bringt keine Präferenz zugunsten q zum Ausdruck, denn die Reformulierungseinheit q wird anschließend ih­rerseits einem Standpunkt untergeordnet, für den dann die Sprecherin verantwortlich gemacht werden kann (non, je suis belle ...). Die Polypho­niemarkierung in dem Sinne, daß der Sprecher sich immer mit dem in q enthaltenen Standpunkt identifiziert, muß somit als Eigenschaft des Indika­tors après tout angezweifelt werden.

In (20) kann après tout nicht durch seine Entsprechungen substituiert werden:

(20')         * Ce que mon luxe n'a pu faire, ma misère le fera-t-elle? Peut-être, tout bien considéré/finalement/en définitive/ enfin/tout compte fait/somme toute/en fin de compte, suis-je laide, et Nofré est-elle une flatteuse lorsqu'elle prétend que, de la source inconnue du Nil jusqu'à l'endroit où il se jette dans la mer, il n'y a pas de plus belle fille que sa maîtresse... non, je suis belle : les yeux ardents des hommes me l'ont dit mille fois, [...].

Die Einschränkung der Polyphoniemarkierung kann deswegen nicht ohne weiteres auf die Entsprechungen von après tout übertragen werden. Ob diese uneingeschränkt q immer als die Konstituente markieren, die die "Stimme" des Sprechers enthält, müßte an entsprechendem Beispielmate­rial überprüft werden.

 

In den diskursiven Modulen wurden überwiegend Eigenschaften reformulativer Indikatoren untersucht, die die Beziehung zwischen den beiden Einheiten p und q sowie die Bezugnahme des Indikators auf die reformulierte Einheit p betreffen. Es handelt sich dabei überwiegend um Eigenschaften, die alle reformulativen Indikatoren betreffen. Deswegen ermöglicht die Bestimmung zwar eine Abgrenzung der diskursiven Eigenschaften reformulativer Indikatoren zu den Eigenschaften argumentativer Indikatoren, aber nur in geringem Maße eine Abgrenzung zwischen den einzelnen reformulativen Indikatoren.

3.4            Fazit

Bei der Bestimmung von après tout nach dem modularen Ansatz haben sich die Annahmen Hossbachs (1995) größtenteils, jedoch nicht vollstän­dig durch das Analysekorpus bestätigt. Wenn die Eigenschaften, die après tout als reformulativer Indikator nach der modularen Analyse hat, zusam­mengefaßt werden, ergibt sich folgende Charakterisierung:

·        Après tout ist ein stilistisch unmarkierter Indikator. Diese Eigen­schaft teilt es mit enfin und finalement. Was die Häufigkeit des Ge­brauchs angeht, ist après tout im schriftlichen Diskurs (genauso wie enfin) ein hochfrequenter Indikator, im mündlichen Diskurs jedoch nicht.

·        Semantisch gesehen hat après tout die primären Merkmale [+Gesamtheit] und [+Abschlußmarkierung], das jedoch korrigiert wurde zu [+Nachzeitigkeit] bzw. [+Angabe der zeitlichen Dimen­sion]. Tout bien considéré, tout compte fait, somme toute teilen mit après tout das primäre Merkmal [+Gesamtheit], finalement, enfin, en définitive, en fin de compte das primäre Merkmal [+Angabe der zeitlichen Dimension]. Eines der sekundären Merkmale ist die Reduzierungsmarkierung, die après tout mit allen Entsprechungen teilt.

·        Morphosyntaktisch gesehen ist après tout eine vollständig fixierte polylexikalische Wendung (mit der Struktur Präp. (après) + N). Diese Eigenschaft teilt es mit en définitive, en fin de compte, somme toute und tout compte fait.

·        Syntaktisch gesehen kann die Konstituente q auf der Diskursober­fläche den Umfang von Nullgrößen bis hin zu abgeschlossenen Dis­kursen haben. Après tout kann durch den absoluten Gebrauch im monologischen Diskurs enfin angenähert werden, jedoch ist die Art des Gebrauchs unterschiedlich.

·        Ebenfalls syntaktisch gesehen ist après tout ein flexibler Indikator, der in allen drei Satzpositionen (Anfangs-, Mittel- und Endposition) vorkommen kann. Diese Eigenschaft teilt es mit allen Entsprechun­gen. Besonders häufig kommt après tout in Mittel- und Endposition vor.

·        Syntaktisch und interaktionell gesehen kommt après tout in Selbstreformulierungen, Fremdreformulierungen und im relativen Gebrauch zwischen Absätzen vor. Diese Eigenschaft teilt es mit al­len Entsprechungen.

·        Hierarchisch gesehen ordnet après tout als reformulativer Indikator eine Einheit p unter, die entweder explizit und implizit oder rein implizit sein kann.

·        Relationell gesehen ist après tout ein Konnektor, der eine Verbin­dung zwischen zwei Konstituenten p und q markiert, und ein Sub­jektivitätsmarker, der die Konstituente, der er angegliedert ist, mo­dalisiert. Mit zunehmender Verschiebung in Richtung Äuße­rungsmitte verliert der Indikator an konnektierender und gewinnt an äußerungsmodalisierender Funktion.

·        Ebenfalls relationell gesehen etabliert après tout als reformulativer Indikator die Relation zwischen p und q. Eine Bestimmung als ar­gumentativer Indikator hingegen würde bedeuten, daß er die Rela­tion lediglich indiziert.

·        Periodisch gesehen markiert après tout als reformulativer Indikator die Diskursdynamik. Après tout ist rückwärtsorientiert, d.h., es markiert bzw. etabliert eine eher paradigmatische Beziehung zwi­schen p und q. Eine Bestimmung als argumentativer Indikator würde bedeuten, daß der Indikator eher vorwärtsorientiert ist und eine syntagmatische Beziehung zwischen p und q markiert.

·        Après tout wird wie alle reformulativen Indikatoren als Polypho­niemarker bestimmt. Jedoch ist die Annahme, der für q Verant­wortliche sei immer der Sprecher, zumindest für den Gebrauch von après tout anzuzweifeln.

Die hierarchischen, relationellen, periodischen und polyphonen Eigen­schaften teilt après tout in einer Bestimmung als reformulativer Indikator mit allen Entsprechungen.

·        Relationell und informationell gesehen ist après tout (auf der Dis­kursoberfläche) ein Homogenisierungs- und Heterogenitätsmarker. Diese Eigenschaft teilt es mit allen Entsprechungen außer mit enfin, das als reiner Heterogenisierungsmarker betrachtet wird. Werden die impliziten Gesichtspunkte miteinbezogen, kann im Gegensatz zur Annahme Hossbachs (1995) vermutet werden, daß après tout immer eine gewisse Heterogenität markiert.

·        Relationell und enonciativ gesehen bezieht sich après tout als nicht-paraphrastischer reformulativer Indikator mit maximaler Reichweite entweder auf rein implizite oder auf explizite und implizite Einhei­ten der Konstituente p. Diese Tatsache erklärt, warum p größer ist als q und après tout als sekundärer Reduzierungsmarker bestimmt wird. Die Eigenschaft, immer auch an implizite Einheiten anzu­knüpfen, teilt après tout mit allen Entsprechungen außer mit enfin, das korrektiv gebraucht auch an rein explizite Einheiten anknüpfen kann.

·        Ebenfalls relationell und enoniativ gesehen kann sich après tout auf den propositionalen Gehalt von p, die Äußerung von p oder auf ein Ereignis beziehen.

Mittels der modularen Bestimmung konnte das Eigenschaftsspektrum von après tout als reformulativer Indikator systematisch nach einzelnen Gesichtspunkten, die beim Interpretationsprozeß eine Rolle spielen, be­schrieben werden. Dabei handelte es sich überwiegend um allgemeine Eigenschaften reformulativer Indikatoren, die am Beispiel von après tout veranschaulicht wurden. Die angenommenen Eigenschaften der reformula­tiven Indikatoren konnten allerdings, wie am Beispiel der Polyphoniemar­kierung gezeigt wurde, nicht immer bestätigt werden.

Mit Ausnahme der spezifischen semantischen Eigenschaften bestand in der modularen Bestimmung die einzige Differenzierung der untersuchten Ausdrücke darin, daß après tout durch bestimmte Eigenschaften zusam­men mit den anderen reexaminierenden Indikatoren tout bien considéré, tout compte fait, somme toute, finalement, en fin de compte, en définitive in mehrfacher Hinsicht vom Korrekturmarker enfin abgegrenzt wurde. Andererseits aber konnte après tout diesem im Unterschied zu den anderen reexaminierenden Indikatoren bezüglich einiger spezifischer Eigenschaften wie beispielsweise die des absoluten Gebrauchs oder des Äußerungsbezugs auch wieder angenähert werden.

 

Die modulare Analyse kam insbesondere dem Anspruch nach, bei der Untersuchung der Funktionsweise des Indikators die Oberflächenstruktur von der Tiefenstruktur des Diskurses zu trennen. Dadurch konnten zum einen die unterschiedlichen Eigenschaften argumentativer und reformulati­ver Indikatoren erklärt werden, die zunächst beide - je nachdem wie ein Beispiel, in dem après tout vorkommt, interpretiert wird - prinzipiell den Indikator après tout charakterisieren können. Zum anderen konnte, in Anlehnung an die Annahme Hossbachs (1995), daß après tout ein reformu­lativer Indikator ist, die Bezugnahme des Indikators auf die Einheit p näher beleuchtet werden. Hossbach nimmt an, daß beim Gebrauch von après tout die reformulierte Einheit p immer auch implizit ist. An diese Annahme soll im zweiten Teil der vorliegenden Arbeit - wenn auch in etwas abgeänderter Form - angeknüpft werden.

Was durch die modulare Bestimmung nicht erreicht wurde, ist sowohl eine klare Abgrenzung des Indikators après tout von seinen Entsprechun­gen als auch eine Erklärung dafür, wann und warum après tout in be­stimmten Vorkommen gar nicht oder nur durch ganz bestimmte Entspre­chungen substituiert werden kann. Es gehört somit zu den Zielsetzungen der Untersuchungen im  zweiten Teil dieser Arbeit, diesen offen gebliebe­nen Fragen nachzugehen [Siehe clac 4/2000].

 

 

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© Daniela Philippi. Círculo de Lingüística Aplicada a la Comunicación/ Kreis der linguistik angewandt auf die kommunikation 5, Februar 2001. ISSN 1576-4737. Aus Daniela Philippi, 1999, 'Après tout' als pragmatischer Indikator im Französischen, Berlin: Freie Universität Berlin, RomLi 11, Seiten 110-136.

http://www.ucm.es/info/circulo/no5/philippi.htm

 

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[1]                 Diese Ausdrücke sind nur ein Teil der reformulativen Indikatoren, die Hossbach in der modularen Analyse untersucht. Ich werde hier weder die anderen von ihr untersuchten Indikatoren noch die vereinzelt in den Funktionsbestimmungen ge­nannten Entsprechungen von après tout mitberücksichtigen, da dies über den vorliegenden Rahmen hinausgehen würde: Es geht hier nicht um die Abgren­zung einer Klasse von Ausdrücken, sondern um die Bestimmung der Eigen­schaften eines Indikators - wenn möglich in Abgrenzung zu den Ausdrücken, durch die er am häufigsten ersetzt werden kann.

[2]                 Hossbach versucht in ihren Untersuchungen, die unterschiedliche Frequenz der Indikatoren unter Hinzunahme diverser Faktoren, die den linguistischen und dis­kursiven Modulen zuzuordnen sind, zu erklären.

[3]                 Die Analyse wird an einem Korpus von neun Romanen, fünf Radiodiskussionen und durch Befragung von Muttersprachlern durchgeführt.

[4]                 Die Autorin geht dabei in Anlehnung an Koch/Oesterreicher von vier konstruier­ten fiktiven mündlichen und schriftlichen Diskursen zunehmenden Distanzgra­des aus: 1) Telefongespräch unter Freunden (mündlich und eher nähesprach­lich), 2) öffentliche Rede eines Politikers (mündlich und eher distanzsprachlich), 3) persönlicher Brief (schriftlich und eher nähesprachlich), 4) Zeitungsartikel (schriftlich und eher distanzsprachlich). Bei einer Befragung von Muttersprach­lern sollten diese die Verwendung der Indikatoren in den konstruierten Diskur­sen jeweils als üblich, zu gehoben oder als zu umgangssprachlich einschätzen.

[5]                 Um verläßlichere Aussagen zu machen, müßte natürlich das Korpus ausgeweitet werden.

[6]                 Die in diesen und in den folgenden Beispielen in der modularen Bestimmung durch zwei Entsprechungen und "etc." angedeutete Substitution deutet darauf hin, daß grundsätzlich alle nicht-paraphrastischen reformulativen Indikatoren die jeweils untersuchte Eigenschaft haben. Wenn dies nicht der Fall ist, wird es explizit ausgeführt.

[7]                 Teilweise ist auch c'est-à-dire in korrektiver Verwendung möglich. Da dieser Ausdruck nicht zu den Entsprechungen von après tout gehört, gehe ich darauf nicht näher ein (näheres vgl. Kotschi 1990).

[8]                 Die Feststellung, daß après tout zu den Indikatoren gehört, die besonders häufig in Mittel- und Endposition vorkommen, gilt nach Hossbachs statistischen Erhe­bungen nur für den schriftlichen Diskurs und kann durch die wenigen Vorkom­men im mündlichen Diskurs nicht bestätigt werden.

[9]                 Hossbach weist darauf hin, daß bei Argumentationen p durchaus nur ein Ele­ment enthalten kann.